Full text: Volume (Bd. 3 (1811))

ZV4

alle Förmlichkeiten, und vor Ablauf der gesetzli-
chen Frist erlauben würde 2); und endlich
3) dafs die unbedingte Zulassung der Eidesdelation
aber die Wirkung hat, welche das blofse Gesländ-
nifs mit sich führt, indem sich die Pariheien zur
Umgehung des Gesetzes nur dahin verabreden
könnten , dafs der Kläger dem Beklagten den Eid
nur zum Scheine zuschieben, dieser aber sol-
chen verweigern solle, um seiner Einreden für
verlustig erklärt zu werden 3), um die angetra-
gene Scheidung dadurch zu bewirken:
so glaube ich, mit Recht hieraus folgende Schlüsse
ziehen zu dürfen, nämlich:
a) Geständnisse müssen zwar bey Ehescheidungs-
klagen berücksichtigt, und ihnen einige Beweis-
kraft beygelegt, jedoch nie so wie bey anderen
Klagen als voller Beweis angenommen werden.
b) Sind noch andere Beweismittel vorhanden, wel-
che den Grund der Klage jedoch nicht vollständig
darthun: so erfüllt dafs Geständnifs diesen feh-
lenden Beweis 4); und es ist nach dem Art. 244.
die
3) Male ville Commentar über das Gesetzbuch Napo-
leons, übersetzt von ßlanchard, T. 1. pag. 263.
in der Note. — Lassaulx Comnientar des Codo
Napol. T. 2. pag,8>. Nr. 4. und pag. 147. Nr. 2.
3) Gesctzb. Napol. Art, rz6r.
4) Lassaulx 1. c. T. 2. p. 80, Nr. rr, ‘‘Der Richter
kann anf die Geständnisse allein sein Urtbeil nicht
begründen , weil sonst nichts leichter wäre, als durch
einen

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