Full text: Volume (Bd. 3 (1811))

99

weil 65 alsdann angenommen werden mufs, dafs
derjenige, welcher wegen einer natürlichen, aber
nicht einklagbaren Verbindlichkeit, sich Unkosten
machte, wissen mufste, dafs er solche nicht ein-
klagen konnte, und sie also auf gutes Glück auf
seine eigene Gefahr machte. Er kann alsdann
eben so wenig auf Schadloshaltung klagen, als
z. ß. Jemand, der eine Spielschuld kauft, gegen
den etwaigen Bürgen des debitoris cessi auf Scha-
densersatz klagen kann, vorausgesetzt, dafs der
Bürge erst nachher erfuhr, dafs die Schuld, wofür
er sich verbürgt habe, eine Spielschuld sey, und
also nicht ex capite doli in Anspruch genommen
werden könne. Art. 1965, 2034, 2036.
Die verneinende Meinung der aufgestellten
Frage mufs um so mehr Verwunderung erregen,
weil sie nicht nur gegen alles Gefühl von Recht
und Billigkeit anstöfst, von keinem Gesetze unter-
stützt wird; vielmehr die Gesetze, die von mir auf-
gestellte Behauptung, wie ich glaube erwiesen zu
haben, ausdrücklich unterstützen, und in Frank-
reich nach diesen Grundsätzen mehrere Mahle er-
kannt ist, worüber ich zwey Fälle bemerklich
machen will.
Der erste befindet sich in Malevilles Commen-
tar über das Gesetzbuch Napoleons r8). Heinrich
Theisen,
18) 8. die Nota zu dem Art. 1142 der Blanchard-
sheu Uebersetzung Th. 3. -S. 52 und Juri sprudelten dt
la Cour de Cassation i8o8 im Anhänge S, 16p*
G «

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer