Full text: Volume (Bd. 2 (1810))

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nemlich nichts anders, als, der Richter foll
es nicht als römifehe* Becht, fondern weil es
Vernunft gem'äfs iß, zur Anwendung bringen,
lind daraus folgt denn von felbft, dafs wenn
ein Richter in dem einen oder dem andern
Falle die Vorschrift des rörnifchen Rechts für
denselben, nach feiner individuellen Lieber-
zeugung als verminftgemäfs nicht erkennt,
er lieh auch nicht daran zu binden braucht,
eben weil es ihm nicht mehr Gefetz, son-
dern nur als Regel fguide) vorgelchriebeu
ilh Genau genommen verßekt man lieh alfo
hier nur hinter Worte, und hat mit jener
fchönklingenden Phrafe nichts weiter sagen,
wollen, als in einem im Code N. nicht ent-
schiedenen, aber doch in das Gebiet einer
Rechtsmaterio deffelben, gehörigen Falle, soll
das Fernunftrccht zur Anwendung kommen *).
Um jedoch den, Richtern eine Brücke zu
bauen, wenn lie etwa von ihrem individuel-
len
*) Daher fagt der Tribun, FauTe: Si la loi fe
tait, les juges doivent fe determiner par les re-
gles de 1’equite, qui conßhenr. düng les maxi-
mes de droit naturel, de jitjiicc universelle et
de raifou ; und JPortalis; Si U loi fe tait la rai-
Jon naturellet parle encore.

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