Full text: Volume (Bd. 2 (1810))

,2°9
Bey den Römern war in der Beftrafung
des Ehebruchs und der Bigamie, welche na-
türlich eine malam fidem vorausfetzt, gar
kein Unterfchied 1), und die peinliche Ge-
richtsordnung Kaifer Carl .V, verordnete im
121. Artikel, dafs die, welche betrüglicher
Weife, mit Willen und Willen solches Lafier
vollbringen, nicht weniger als die Ehebrü-
chigen peinlich geltraft werden sollen.
Die Sti*afe des Ehebruches würde daher
auch noch jetzt bey uns zur Anwendung
kommen, wenn ein böfer Glauben zu erwei-
sen Itande, allein keine peinliche Strafe, und
zwar könnte nach dem Inhalte des Art. 29g-
doch in keinem Falle der Mann, sondern al-
lein die Frau, welche in Abwesenheit ihres
Mannes eine zweyte Ehe eingegangen, wäre,
des"Rhebruchs wegen beitraft, und diefe felbft
auch danu nur mit der, im Gesetze bestimm-
ten Strafe der Einfperrung belegt werden,
wenn der erfiere Mann die zweyte Ehe an-
fechten, und auf die Scheidung antra gen
sollte.
2) Quiftorp. Grundf. des peinlichen Rechts. T. 1,
S- 470.

F.

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