Full text: Volume (Bd. 2 (1810))

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Zeugen aufgefordert wurden, fo mufste man
lie als Mitfchuldige behandeln. Sie hättest
einen Platz zur Seite des Angeklagten ent-
nehmen müden; alsdann vereinigten fie fich
alle , ihre Unfchuld an den Tag zu bringen,
und die Rechtfertigung des einen ßcherte den
andern. ' .
Keinen von allen diefen Auswegen hat
man dem Angeklagten geladen. Vergebens
bezeichnet er den Kerkermeißer als den Zeu-
gen, der feine Unfchuld bezeugen würde,
oder vielmehr als einen Zeugen, der unum-
gänglich nothwendig feyv Kaum hat man
den Kerkermeifter angehört, als fchon der
General - Procurator der Gensdarmerie gebie-
tet, ihn zu greifen und ins Gefängnifs zu
Jiringen. Dadurch iß er als ein Betrü-
ger, oder als ein Verdächtiger bezeichnet,,
der das Verbrechen mit begangen habe.
Man hätte'glauben folleh , diele Anschuldi-
gung hätte doch wenigßens tiefer unter-
sucht werden müden, und dennoch wurde
er den dritten Tag darauf in Freiheit ge-
fetzt, ohne dafs darüber eine Infiructions-
Acte aufgenommen worden wäre.
Das

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