Full text: Volume (Bd. 1 (1810))

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zulänglich geschienen hat; es mufs keines-
weges geschehen, da.fs der böre Wille oder
die Nachläßigkeit gewiflermafsen eine Prä-
mie ziehe, die das alte Gefetz ihnen zu
bewilligen keine Intention hat haben kön-
nen. Indellen ist es augenscheinlich, dass
das neue Gefetz keinem Dritten irgend einen
Schaden darf 'zubringen , noch Urtheile oder
Verträge umftofsen' können. Im Gegenthei-
le, wenn das neue Gefetz die geftattete Schad-
loshaltung Verringert, fo gäbe es noch eini-
ge Gründe, es auf frühere Handlungen eben-
falls anzuwenden; aber ich bin der Mei-
nung, dafs eine durch den beleidigten dem
alten Gesetze angemessen gebildete Erwar-
tung mehr Rücklicht verlangt, als die Furcht
auf dem Deliquenten einen Ueberfchufs von
Strafe laften zu laßen,, die vielleicht unnütz
iit, aber der doch hätte vermieden werden
können. -
Wenn die Dispolitiqn, die modificirt
worden ift, eine strafende Verfügung ent-
hält, fo müden folgende Grundsätze befolgt
werden: wenn das neue Gefetz strenger ist,
fo mufs das alte Gefetz gebraucht werden,
denn

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