Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

C lg
Madame Falletti hatte als Vormünderinn ihrer
Kinder nach den altern Rechtsbestinunurigen eine
Caution geleistet. Nach der Einführung des C. N.
wollte sie, zufolge der Verordnung desselben, von
der Cantion befreyt werden, und rief einen Fami-
lienrath zusammen. Dieser untersuchte zuförderst
ihre Rechnungen, und erkannte sie als Gläubigerinn
ihrer Kinder in Ansehung einer Summe von 10,245
Fr. Er befreyete sie demnach von der Caution,
sowohl für die Vergangenheit, indem die Kinder
als Schuldner ihrer Mutter kein besonderes In-
teresse bey der Erhaltung derselben hätten, als auch
für die Zukunft, indem durch den C. N. die Be-
freyung deutlich bestimmt sey.
DerBeschlufs ward jedoch vom Gegenvormunde .
aus folgenden Gründen angefochlen: 1) weil ent-
ferntere Verwandte statt der näheren, ohne An-
führung der Gründe zur Ausschließung, zugezo-
gen wären; 2) weil der Familienralhsbeschlufs
nicht die Privatmeinung des Friedensrichters ent-
hielte; 3) durch die Befreyung von der Caution
dem C. N. eine zurück wirkende Kraft beygemes-
sen sey; 4) der Beschluss auch dem Art. 473. des
C. N. zuwider sey, indem er über die Vormund-
schaftsrechnung entschieden habe, dieses aber nur
von dien Tribunalen geschehen könne. — Der Fa-
milienräthsbeschlufs ward dessen ungeachtet in erster
Instanz bestätigt, und der Appellationshof zu Tu-

rin

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