Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

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Die leutseligen Absichten, welche die gesetz-
gebende Versammlung bei der Aufhebung der Con-
fiscation und der Strafe des Brandmärke'ns hatte,
waren in der That lobenswerth; aber, ich scheue
mich nicht es zu sagen, diese Versammlung be-
trachtete die Menschen gar zu oft nicht wie sie
wirklich sind, sondern wie sie erwünschter Maafseu
seyn sollten; sie war von der Hoffnung zu einer
Vollkommenheit angetrieben, die sich unglückli-
cher Weise nicht zur Wirklichkeit machen lälst-
und wenn auch bey dem Eifer, welcher sie hinrifs,
dieser Irrthum zu entschuldigen war, so würden
doch wir,: die wir durch Erfahrung aufgeklärt sind
und mit kaltem Blüte darüber nachdenken, auf
keine Weise zu entschuldigen seyn, wenn wir
fortfahren wollten die ganz unstreitige Wirkung
einiger Strafmittel zu verkennen, welche im Jahr
1791 nicht gehörig gewürdigt wurden.
Man wendet dagegen ein, dafs die Strafe der
Güterconfiscation auf die Kinder zurückfalle, wel-
che durch das Verbrechen ihres Vaters nicht leiden
dürfen. . Allein wer anders als die Kinder wird
für die Vergehungen der Väter büfsen? wenn Je-
mand durch unbesonnene Speculationen, oder auf
eine andere oft noch weit tadelhaftere Weise sein
ganzes Vermögen verschleudert hat, sind es dann
nicht die Kinder , welche die Strafe für die Verir-
rungen ihres Vaters leiden?

Wenn

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