Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

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füllung ihrer Pflicht anhalten, wenn ihre Weige-
rung keinen hinreichenden Grund hat. Dagegen
bestimmt das Gesetz nichts über die Fälle, wenn
die Procuratoren in Betreibung der übernommenen
Processe nachlässig sind, den Partheien wohl gar
das Gehör versagen, und sich die pflichtwidrige
Drohung erlauben, die Sache ganz liegen zu lassen,
wenn die Parthei sie ferner beunruhige oder sich
hohem Orts beschwere. Dass die An wälde im All-
gemeinen zur vollständigen Schadloshaltung wegen
ihrer Versehen und Nachlässigkeit verpflichtet sind,
ist freylich nicht zu bezweifeln; allein damit ist
für die Betreibung der Hauptsache noch immer
nichts gewonnen, und oft dürfte auch wohl eine
solche Regrefsklage in Rücksicht der Executionsge-
genstände ohne Effect seyn. Die Sache dem An-
walde abnehmen und einem andern übertragen,
scheint freylich das einfachste Mittel zu seyn, al-
lein wie, wenn der neu gewählte Anwald denselben
Fehler seines Vorgängers hat, und der anerkannt
thatige rechtschaffene Anwald zu sehr mit Arbeiten
überladen ist, um neue Sachen anzunehmen? und
welche Parthei würde im Weigerungsfälle gegen
einen Anwald wohl gern den 31. Art. der Proc. O.
zur Anwendung bringen.
Es ist nicht zu bezweifeln, dafs der Königl. Ge-
neralprocuratoren und Procuratoren des Königs das
Recht zusteht, über das Betragen der Anwälde in
* ihren

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