Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

SZ6

Hinsicht von den wichtigsten Folgen. Wird sie
verneint, so ist die Beweisfrist keine peremtorische;
denn der Art. 73. der Pr. O. verordnet solches nicht,
und der Richter, .welcher nicht strenger, als das'
Gesetz seyn darf, kann einer Frist keine präclusive
Wirkung beylegen ,, die sie nach dem Gesetze nicht
hat. Bevor also der Gegner con^umacirt hat, findet
die Beweisantretung auch nach Ablauf der Frist
noch statt, und der Beweis wird durch diesen
blofsen Ablauf nicht desert.
Ich wende mich zu den fernem Einwürfen. ’
Dritter Einwurf. “Die Behauptung, dafs die Be-
weis- und Gegenbeweisfrist blofs für diejenige
Parthei, welcher das interlocutorische Erkennt-
nifs insinuirt worden ist, zu laufen anfängt,
führt zu Folgerungen, welche schlechterdings
nicht statt finden können. Denn, da
a) nach Art. 200. der Pr. O. der Gegenbeweis
kraft des Gesetzes gestattet ist, uni derselbe nicht
erst nach absolvirtem Beweise angetreten wird,
sondern mit auf die zu Führung des erkanntenBe-
weises eingeräumte Frist eingeschränkt ist, so
würde in den mehrsten Fällen, und selbst bey
Contumacialerkenntnissen, der Gegenbeweis frü-
her, als der Beweis, geführt werden müssen.
Es ist aber ganz wider die Natur der Sache, dafs
der nachgelassene Gegenbeweis früher, als der
aüferlegte Beweis geführt werden soll.”

In

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer