Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

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£05 und 509. des C N. völlig zuwider entschieden
sey, da der Interdicirte De’scepeaux seinen Wohn-
sitz kraft des Gesetzes bey seinem Curator zu An-
gers gehabt und man nicht sagen könne, dafs er
diesen durch den Tod seines Curators verloren
habe;, indem zur Veränderung eines Wohnsitzes
Wiliensbesiimmung erfordert werde, deren ein
Wahnsinniger unfähig sey. Der Substitut des Ge-
neralprocurators Herr Daniels trug aus folgenden
Gründen auf die Verwerfung des Cassationsge-
suchs an:.
“Der 103. Artikel des C. N. sagt, dafs der Voll-
jährige, dem die eigene Verwaltung seines Vermö-
gens genommen ist, seinen Wohnsitz bey seinem
Curator bekommt; sowohl der Interdicirte-als der
Minderjährige hat jedoch schon einen Wohnsitz
bevor ihm ein Vormund beygeordnet wird. Soll
er nun diesen Wohnsitz in dem Augenblick wo
ihm ein Vormund ernannt wird, in jeder Hinsicht
verlieren? — Dieses scheint mir nicht der Sinn des
Art. 10g. zu seyn.” Es ist zwar ausgemacht, dafs
ein Minderjähriger oder Interdicirter bei seinem
Vormunde vorgeladen werden mufs, wenn gleich
dieser in einem von dem seinigen entfernten Can-
ton oder Departement wohnt, aber man darf hier-
aus nicht den Schluss machen, dafs alle und jede
die Vormundschaft betreffende Verhandlungen defs-
halb vor einem neuen Friedensrichter vorgenom-

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