Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

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Der Appellat führte dagegen an: So wenig die
gesunde Vernunft, als das Gesetz selbst unterstütze
die Meinung des Appellanten. Der Besitz der strei-
) ligen Weidegerechtigkeit sey schon unter Aucto-
rität der älteren Rechte entsprungen und erworben,
und der Appellat sey nicht verbunden , seinen Titel
zu ediren, möge er in der Verjährung, oder in
einem andern Erwerbungsgrunde beruhen*
Das Tribunal zu G. *— an welches die Sache ge-
bracht worden war, — fand sich indessen zu fol-
gendem abändernden Erkenntnisse bewogen.
Nach Ansicht der Art. 6gZ. und 691. des Napol.
Gesetzb. Ws. w.
In Erwägung,
dafs nach diesen Artikeln die nicht fortwäh-
renden Servituten, zu denen auch das Wei-
derecht gezählt wird, nur durch Verleihung
erworben werden können, dafs selbst der
unvordenkliche Besitz ohne Titel zur Begrün-
dung einer solchen Servitut nicht hinreicht,
und dafs das Gesetz von dieser Regel nur in
^ dem einzigen Falle eine Ausnahme macht,
■ wenn vor seiner Einführung eine Servitut die-
ser Art bereits durch den Besitz erworben war;
dafs ferner dergleichen Servituten, dem.
Art. 526. des Nap. Gesetzb. zufolge, zu den
Immobilien gehören; dass in dem vorliegenden
Falle der Appellat, auf den Grund eines un-
vordenk*

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