Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

QOO

wurde man ihm jenes nie verpachtet haben, wenn
es auch nur möglich gewesen wäre, den gegenwär-
tigen Fall voraus Zusehen. Pretium non succedit
in locum rei» nec res in locum pretii, ist ein be-
kannter Satz, der überall gilt, wo die Gesetze nicht
eine besondere Ausnahme machen f nämlich bey
den universitatibus juris 3). Et jus in ipso fundo
competens hoc alienato non afficit pretium inde re»
dictum *}.
Wenn ich z. B. ein Grundstück Jemanden ver-
pachtet habe, und die oberste Staatsbehörde zwingt,
mich, aus irgend einer, das Wohl des Ganzen be-
fördernden Ursache, dasselbe gegen den abgeschätz-
ten Werth abzutreten: so wird wohl Niemand be-
haupten wollen, dafs jetzt der Pächter die Be-
nutzung des mir dafür auszuzahlenden Capitals ver-
langen könne. Sonst müfste auch der Miethsmanft
eines Hauses, wenn dasselbe abgebrannt, die Be-
nutzung des dem Eigenthümer dafür auszuzahlen-
den Brandcassencapitals fordern können.
Das Gesetz sagt, dafs in diesem Falle der Pacht-
contract ipso jure aufhöre, und der Pächter in kei-
ner Hinsicht eine Entschädigung verlangen könne;
und hierin liegt eben klar genug die Bestimmung,
dafs er an demjenigen Capital keinen Anspruch
machen
3) JCti Tübingens, Tob t. Co ns. 55. nr. 18*
4) W e r fi h e r Tom, 3 part, I. obs. 21.

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