Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

i74

ein wichtiger, dem franz. Processe fremder Zusatz.
Es heilst nämlich im Abschnitte dieses Art.
“Zugleich müssen darin, (in den Artikeln)
die Zeugen, nebst deren Gewerbe und Wohn-
orte benannt, und die Artikel, worüber ein
jeder abzuhören ist, bezeichnet werden.”
Hierin liegt deutlich die Vorschrift, dafs, wie sonst
im gemeinen deutschen Processe üblich war, die
Aussage eines jeden Zeugen getrennt, als Antwort
auf jeden einzelnen Artikel, und nicht im Zusam-
menhänge, niedergeschrieben werden solle. Der
sr gte Art. der westph. Pr.'O. ändert an dieser Vor-
schrift nichts ab, da er blofs das Ablesen eines
schriftlichen Entwurfs dem Zeugen verbietet, und
nur das Niederschreiben der Aussage im Protocolle
des Richters gebietet. Hieraus folgt, dafs man,
bey der abweichenden Vorschrift der westph. Pr.
O., sowenig aus der franz. Pr. O. als aus der franz.
Praxis, noch auch aus den franz. Schriften, ein
Argument für die Richtigkeit der Zeugen- Abhö-
rungsmethode herzunehmen berechtiget ist. Da-
her kann mich die Meinung des
franz. Vrat. Thl. II. 8.135.
nicht bewegen, die von ihm vertheidigte entgegen-
gesetzte Methode in Westphalen für anwendbar zu
halten. Ueberdiefs sind Leute von geringer Bil-
dung , welche gewöhnlich als Zeugen auftreten,
nicht fähig, eine, zumahl verwickelte Thatsache im
Zusam-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer