Full text: Volume (Bd. 4 (1812))

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sehen sey , dafs die Testatricinri selbst in Gegenwart
der Zeugen das Testament dem Notar übergeben
habe; 2) dafs selbiges nicht der Vorschrift des
976. Art. des C. N. gemäfs versiegelt worden sey.
Das Tribunal zu Dünkirchen erklärte das Te-
stament aus denselben Gründen für nichtig, und
auch der Appellationshof von Douai bestätigte diefs
Urtheil. Demungeachtet ergriffen die Testaments-
erben die Cassation, und behaupteten, dafs der Ap-
pellationshof gegen das Gesetz gesprochen habe,
indem:
r) der Art. 976 die ausdrückliche Erwähnung, dafs
nämlich das Testament in Gegenwart der Zeugen
dem Notar überreicht sey, durchaus nicht ver-
lange, und die Nichtbeobachtung einer Form,
welche das Gesetz nicht ausdrücklich vorgeschrie-
ben habe, keinen Grund zur Nichtigkeitserklä-
rung geben könne; .
s) das wirkliche Aufdrucken eines Siegels, nicht
nur vom Gesetz nicht verlangt werde, sondern
auch durchaus keinen besondern Nutzen bey den
mystischen Testamenten haben könne. Es sey
wahr, dafs der 976. Art. des C. N. die Ausdrücke
clos und scelje' enthalte, allein man dürfe diese
Ausdrücke nicht mifsbrauchen, und behaupten,
dafs das Gesetz eine solche Besiegelung damit be-
zeichen wolle, welche ein besonderes Gepräge
enthalte, denn das Wort sceller habe eine viel
weitere

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