Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

Strafrecht.

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und namentlich in die Art ihrer Beschäftigung und ii/diestn die,
scr Beziehung etwa anzuwendenden Zwangsmittel noch genauer
eingegangen wäre/indem es für den Gesttzgebw und Richter
gleich unmöglich ist, eine gerechte, d. i. der Beschaffenheit de-
Verbrechens angemessene Strafe auszumitteln, wenn nicht bei-
den die intensive Größe eines jeden Strafübelö auf das genaueste
bekannt ist.
Gefangr^ßstrafen von und unter drei Monaten' werden
nach dem Entwurf in den Gerichlegefängmffcn, längere aber
in den Landesgefängniffen verbüßt, und dürfen in keinem Falle
die Dauer von fünf Jahren überschreiten.
Ueber die Beschaffenheit der.Gefängnisse und über die Be-
handlung und Beschäftigung der Gefangenen gibt der Entwurf
genaue, den bereits bestehenden Einrichtungen angemessene, und
soweit es mit dem Zweck der Strafen vereinbarlich ist/ sehr hu-
mane Bestimmungen, die vielleicht nur wegen des damit der-
bundelien bedeutenden Kostenaufwands, der besonders durch die
Vorschriften in den §§. 87. 88 und 96, begründet würde, keine
allgemeine Nachahmung finden werden. ' '
■ Der Entwurf nimmt unter die Strafarten auch körperliche
Züchtigung auf (8t. 111 und riZ.), gegen welche sich in neuern
Zeiten einige sehr gewichtige Stimmen erheben, während sie
von andern, und besonders von solchen, die das wirkliche Le-
ben genauer kennen, als ein nochwendiges Uebel vertheidigt
wird.
^Schonung des Ehrgefühls, welches gewöhnlich durch kör-
perliche Züchtigung unterdrückt wird, ist allerdings auch bei dem
Verbrecher, der nach erstandener Strafe in die Reihe der Staats-
glieder wieder eintritt, wichtig; und eben deswegen ist.es sehr
zu empfehlen, körperliche Züchtigung nur auf gewisse Arten von
Verbrechen, und nur auf solche Menschen zu beschränken, bei
denen die Niederträchtigkeit und Verworfenheit ihrer Gestnnun-

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