Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

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Plate, Meierrecht in Lüneburg.
obwaltet, anzunehmen?' Runde laugnet in 34* bas Daseyn
einer solchen Verpflichtung, und räumt dem Gutsherrn hierin
völlige Freiheit ein, so daß ihm auch das Recht, seine Einwist
lig'ung frei zu geben und zu versagen, durch kein obrigkeitliches
officium süppletorium entzogen werden könne. Ihm stimmt
Mittermaier in j). 447. bei, verweist jedoch in Note 4. auch
auf Plate, welcher aus S. 51. das reine Gegcntheil davon be-
hauptet: ,,Wenu deS verstorbenen Coloni Wittwe, oder die für
dessen Kinder bestellten Vormünder der Gulsherrschafc ein zu
einem guten Interimswirthe tüchtiges Subject Vorschlägen: so
. kann die Gutsherrfchast nicht willkührlich und ohne gegründete
Ursache den Conscns zu dessen Annahme verweigern wie Run-
de behauptet." Eichhorn (in §. 366. seines d. Privatr.)
steht gewissermassen in der Milte zwischen den zwel entgegen-
gesetzten Ansichten, indem er eine eigentliche Verpflichtung deS
Gutsherrn nur in dem Falle anerkennt,- wenn die Wittwe des
verstorbenen Coloni ihren zweiten Ehegatten als IuterimSwiith
auf daS Gut bringen will. Und dieß mochte wohl allerdings
dem Wesen deS ganzen Instituts am angemessensten sepn. Die
Entstehung und der Zweck desselben, die Natur des deutschen
Eherechts'mit seinen regelmäßigen Wirkungen auf daö Vermö-
gen und dessen Verwaltung, alles dieß scheint dafür zu spre-
chen, daß in diesem, aber auch wohl nur in diesem Falle eine
wirkliche Verpflichtung des Gutsherrn für wahres gemeines
Recht zu halten sep. Man sieht übrigens, wie nothwendkg ge-
naue gesetzliche Bestimmungen über dergleichen sonst so leicht
Streit veranlassende Puncte sind. In genauem Zusammenhänge
mit der obigen steht eine andere Frage, hinsichtlich deren eben-
falls eine große Meinungsverschiedenheit hervortritt. Runde
behauptet eine völlige Freiheit deS Gutsherrn hinsichtlich der
Ernennung eines Jntcrimswlrthö, dafür meint er es aber auch
mit demjenigen, welcher einmal Jnterimöwirth ist, um so best

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