Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

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Hitzig, Zeitschr. f, d. Crim.R.Pff-
auS welchen soviel wohl als erwiesen anzunchmen ist, daß jene
angebliche Verordnung nur rin Scherz war, daß aber der Hoch-
meisier Siegfried von Fevchtwangcn im Anfänge des igicn
Jahrhunderts ein Gesetz gegeben zu haben scheint, nach wel-
chem bei Todesstrafe ein Preuße, der einem Teutfchen zutrank,
und den Becher austrank, wieder von Frischem anfangen mußte
— um dadurch befürchteten Vergiftungen vorzubeugen.
V. Zum Criminalprozeß.
1. Aus den Untersuchungsacten wider die blinden Brand-
stifter Kapscr und Siebert. B. I. S. 1 — 58. (vgl. auch 33. II.
©♦219 — 2t. B. I V. S. 26z. 264.) besonders ein Beispiel der
Zweckmäßigkeit deö Verfahrens, dieAngaben von den Jnquisi«
ten zu Protocoll dictiren zu lassen. Die Acten sind überhaupt,
und noch mehr, in, psychologischer Hinsicht, interessant.
2. Ueber §. 483. der Preuß. Cr. £>. in Betreff der Be-
nennung des Verbrechens im Uriheile vom Just. N. Bardua
in Berlin. :B. I., S. r53— 45*' . ■
3. Ucbeit. absolutio ab instantia und außerordentliche Strafe
bei zweifelhafter Zurechenbarkeit (hauptsächlich nach Preuß, R.)
B. II. S. 191.192. B. IV. S. 420—25.
4. Aus einem Erkenntnisse wider den, nebst vielen andern
Verbrechen, auch der Vergiftung' des K.- und D. Nalhs N.
angeschuldigten C. H. von B. V. S. t —149. (vgl. auch
475. 476.) Nef. las diese Relation mit dem höchsten Interesse,
theils wegen der psychologischen Merkwürdigkeit de» Falles, in
welchem ein durch Bildung, gesellige Talente und Verstand aus-
gezeichneter,, in den höhern Kreisen der gebildeten,Welt sich be-
wegender, Mann zu den schändlichsten Verbrechen sich hinreis,
sen ließ, und bei seinem Hauptvcrbrechen, so fein er Vieles im
Plane anlegte und ausfühlte, doch wieder so höchst unbedacht-
sam/unklug, und alle verständige Voraussicht und Combina-
tion bei Seite setzend verfuhr, theils wegen der Trefflichkeit der

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