Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

*4 Strafrecht.
den Rechtsgelehrten nicht verläugnet, ohne seinen Werken bei-
derlei Gattung, weder durch das Eine noch durch das Andere
Abbruch zu thun." Der Herausgeber meint dann auch, daß
cs überhaupt „für das Volk der Juristen erfreulich sei). Viele
von Deutschlands ersten,, jetzt lebenden Poeten in ihren Reihen
zu erblicken." Es kann dieß wenigstens, wenn diese Dichter
nicht ihre Jurisprudenz ganz auf der Seite liegen lasten, oder
nicht schlechte Juristen sind, was man doch nicht, namentlich
gewiß nicht von dem Verf. dieser Dcfensionsschrift, behaupten
wird, als ein Beweis gegen das so sehr mit Unrecht unsrer
Wissenschaft vorgeworfene Trockensepn und Trockenmachen
mit angeführt werden. Uebrigen» möchte Ref., so manches
Gute an der Defension zu rühmen ist, doch weder durchaus
mit ihrer Form, noch mit allen darin vorgetragenen Grund-
sätzen, namentlich nicht mit denen über Zurechnung und Mil»
derungkgründe, übereinstimmen.
10. Mord an einem neugebohrenen ehelichen Kinde,
mitgetheilt von O.L.G.Rath Meier in Königsberg. B. IV.
S. 6—71. Der Fall hat sehr viel Interessantes und die Aus-
führung in dem mitgetheilten Urtheile ist sehr gut. Es kamen
bei demselben u. A. besonders die Grundsätze vom künstlichen
Beweise, vom qualificirten Geständnisse, von der Wirkung des
Widerrufs, und von dem Beweise des objectiven Thatbestan-
des der Tödtung bei einer völlig ungenügenden Obduction des
Leichnams zur Sprache. Statt aber> wie eö hier geschah, auf
20 Jahre Zuchthaus wegen höchsten Grads der Wahr-
scheinlichkeit einer von der Jnquisitin consummirten Töd-
tung ihres ehlichen Kindes (um sich der Ernährung und Sorge
für den Unterhalt desselben zu entziehen) zu erkennen, hätte
Ref., da der objeetiae Thatbestand einer Consummirten
Tödtung doch gar zu wenig erwiesen und erweisbar war, aber
die Tödtungsabsicht doch als erwiesen angenommen werden

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