Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

51 s Kirchenrrcht.
sich nicht davon überzeugen, daß diese Sammler dem pabst-
lichen Interesse entgcgengcarbestct haben. Denn auch den Ne-
gicrungs-Maximen Gregors VH. war eS angemessen, die Geist,
lichen über alle Angriffe der Laien hinwegzusetzen. Und wenn
schon Pseudo-Isidor besonders für Vermehrung des Ansehens
der Bischöfe, gegenüber von den Erzbischöfen, sorgte, so war
er doch nicht minder für Erhöhung der pabstlichen Macht be-
.sorgt. Die Pseudo» Isidorischen Deerctalen besrepen zwar die
Bischöfe von dem Drucke der nahen Oberherren, der Metropo-
litane; aber sie hemmen den Pabst, in welchem sie gleichsam
den ganzen Episcopat concentrircn, nicht, seine Gewalt in ih-
rem vollen Umfange über die Bischöfe auszudehnen. Auch
lehrt die Geschichte, daß durch die Sammler dieser Periode die
päbstliche Macht in ihrer Ausbreitung keineswegs gehemmt,
worden ist.
Was hiernächst Spittlers Erörterungen über die Arbei-
ten dieser Saminler im Einzelnen betrifft, so macht Ref.
besonders aufmerksam auf die scharfsinnige--Behandlung der
Frage, ob dem Cardinal AnselmuS die ihm gewöhnlich zu»
geschriebene kirchenrechtliche Sammlung mit Grund zugeschrie»
den werden könne. In Beziehung auf die . kirchenrechtlichen
Arbeiten deS Bischofs Ivo von Chartres, beschäftigt sich der
Verf, vornämlich mit der Frage: ob die Pannormia ein Aus-
zug aus dem äocretnm ftp, und als solcher von Hugo von
ChalonS herrühre. Der Verf, verneint, wie vor ihm nament-
lich die Ballerini, diese Frage aus zwep, auch von Doujat
(praen, ca», lib. III. cap. 28- §. 4 ) geltend gemachten. Grün-
den, theils weil die Vergleichung des Inhalts beider Werke deut-
lich'zeige, haß sie sich nicht wie Hauptwerk und Auszug ver-
halten (Housat gibt eine Zusammenstellung deS Inhaltes und
der inneren Einrichtung beider Sammlungen), theils weil die
Handschriften, welche überhaupt einen Verfasser nennen, Jvo's,

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