Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

478 Römisches Recht.
so dürfte ich keinen Vorzug vor meinem Gegner in Anspruch
nehmen. Wo läge hier die Billigkeit der Nippel'schcn Ansicht?
Ich übergehe die vielen Bemerkungen, die ich noch sonst
über einzelne Behauptungen des österreichischen Rechtsgelehrten
zu machen hatte, um nicht.zu weitläufig zu werden: ohnehin
würde ich mich kürzer gefaßt haben, wenn nicht die verhaltniß.
mäßig geringe Verbreitung der Zeitschrift, welche jenen Auf-
satz enthält, eine größere Ausführlichkeit rechtfertigte. In Anse-"
hungdeS Falckenstein'schen Aufsatzes tritt derselbe Grund nicht
ein, daher mag hier die Anzeige kurz gefaßt werden. Es ist
dieser Aufsatz zwar erst ganz neuerlich abgedruckt, er ist aber
offenbar schon vor geraumer Zeit ausgearbeitet : daher weder
auf Henschel, noch auf Heimbach Rücksicht genommen ist. Ue-
brigens verdient eS dankbare Anerkennung, wenn ausübende
Rechtsgelehrte mit ihren Ansichten über dergleichen wichtige
Streitfragen hervortreken, indem die Vielseitigkeit der Erörte-
rung der Wahrheit den Eingang gar sehr erleichtern muß. Im
Einzelnen wäre freilich noch Verschiedenes zu erinnern, z. V.
wenn S. 254 ein Versuch gemacht wird, die I. 12 C. de pro-
batt. 4. 19 auf einen Fall zu beziehen, wo ein Dritter einen
filiusfamiliäs mit der rei vindicatio in Anspruch nimmt und
dieser auf die Erwerbung des Vaters sich beruft:' denn eö wäre
sehr unklug, in einem solchen Fall fcen filiusfamilias und nicht ^
den Vater zu belangen, da der Vater, sobald er wollte, diesem
die Sache wegnehmen konnte und dann der ganze Rechtsstreit
für den Kloger fruchtlos gewesen wäre. Ferner wenn S. 256
auf Gajus IV. 91. 92 Bezug genommen wird, wobei schon
die Voraussetzung, daß die in rem actio per formulam peti-
toriam aus das in bonis esse gegangen sei), die actio per
sponsionem aber auf das dominium ex jure Quiritum, von
fcrnt Unterzeichneten nicht' zugegeben werden kann. (Dgl. deff.
Aufs, tm rhein. Museum. Bd. 1 H. 1.) Die Stellen, auf

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