Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

Römisches Recht.

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civil. Prax. nicht unbekannt geblieben war, obgleich er ihn
nicht anführt. Unter den Gründen , die den Verf. für die
strengere Ansicht über den Beweis deS Eigenthums bestimmt
haben, wird natürlich zuerst darauf, ein Gewicht gelegt, daß ja
sonst fast gar kein Unterschied mehr bestehen würde zwischen
der re! vindicatio und der Publiciana in rem actio, und daß
die Art, wje §§. Z. 4. J. de action, die Veranlassung zur Ein-
führung der Publ. In rem actio dargestellt wird, offenbar an-
genommen werden muß- es finde keine rei vindicatio Statt,
wenn jemand blos beweisen kann, daß ihm eine Sache ex ju-
sta causa übergeben worden ist. Sodann wird 1. 9. D. de
rei vind. 6. 1. angeführt. Dort heiße es: ,.ubi enim proba-
vi rem mcam esse, necesse habebit possessor restituere,
qui non objecit aliquam exceptionem.^ Dieses spreche ge-
gen T hi ba ut; denn nach dessen Lehre müsse der Verklagte
sreigesprochen werden, wenn er auch uur beweise, daß er- aus
einem rechtmäßigen Titel die Sache erworben habe, weil als-
dann die Vermuthung des Eigenihnms für ihn spreche. 'sDa-
gegen würde aber Th. erinnern können, daß in der angeführ-
ten Stelle die' Worte qui non objecit'aliquam exceptionem
nicht zu übersehen, feien: denw daß sei ja doch nicht zu laug-
yen, daß dem Kläger der Beweis des Eigenthums nichts hel-
fen könne, sobald der Verklagte die. exceptio dominii,zu. be-
gründen im Stande ist: und fo^komme doch alles wieder dar-
auf an,-ob'der Beweis eines rechtmaß'gen Erwerbungßgrundes
genügend sei,-um eineWermuchung für das Eigenthum zu be-
gründen.^ Endlich heißt es : „Aus der Annahme der Billig-
keits-Theorie sd.h. der Thidaut'schen 'Ansichg würde auch
folgen, daß derjenige,, der den strengen Beweis seines Eigen-
lhums herzustellen- -vermöchte, dennoch öfters und vielleicht
meistens der Dublioianischen Klage eben so bedürftig gewesen
Ware, wie der rechtmäßige Besitzer, oder derjenige Eigenthümer,

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