Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

454 . Strafrecht. ,
oder gelinder seyn soll, wenn eine Anzeige des, Verletzten er«
folgte^ und-noch weniger sicht ,man, warum die Strafe her
fahrlässigen Körperverletzung danach ausgemessen-werden sols,
ob. der. Thäter , auf eine solche Anzeige oder ex. officio zur
Strafe gezogen wurde. — Art. 24". Mittermaier (Nro.
4 S. 1P9) verwirft die Definition der Nvthzucht^qls gar zu
deutlich. Die, Meinung, als ob das Strafgesetzbuch eine Volkse,
lektüre schch müsse, hat hier,ihren nachtheiligen Einfluß ausge'
übt. Der.Nichter bedarf bestimmter, unzweifelhafter Merkmale^
Für „Gestattung" hat der Nachtrag jetzt „Duldung" gesetzt,
vielleicht nach Vorgang des sächsischen Entwurfs- Der /Fall,
den Mittermaier (S. a 10). anführt, paßt genau unter die
Sphäre,des hier ausgestelltem Begriffs, so weit der Fall wirk-
lich Vorkommen kann. — ...Art, 249. , Der Nachtrag, fügt Hier
hinzu: „Auf Anzeige (aääo.einer) der betheiligten Personen.
— Art. 250. Mittermaier. (S.. 75) bemerkt ,mit Recht,
daß hier der. Spielraum der richterlichen Willkühr,zwischen, ei»'
tägigem Gefängniß und achtjährigem Zuchthausezu groß ist.
Ueberhaupt will dem, Ree. dieser Artikel, welcher ein Verbre-
chen darin findet, daß Zemand. durch körperliche Ge.walt oder
Drohungey, zu einer Handlung.widerrechtlich genöthigt wird, ,
nicht gefallen. Er fehlt im baierschen Gesetzbuch.— Art. 252
scheinen; im Eingänge wegen der nachher folgenden, genauen
Zeitbestimmungen die Worte „auch nur auf kurz^ Zeit" über-,
flüssig.. Mittermaier (S.,a4t) tadelt, haß.bef dem wider«,
rechtlichen Gefaygenhalten die. Strafabmcssung sich mach, der,
Zeit.,her Gefangenhaltung richte, weil dieser,emgftrAne Scha?..
den weniger beabsichtigt, sondern vielmehr als. ;secyndche, Folge
erscheine. -Dieser Grund dürfte wohl nicht richtig sehn, da der,
Schaden allerdings zufolge.der.M Artikel angegebenen,Merk--
male . .beabsichtigt-sepn muß, . Daß erber auch d>e,.,suhjective^
Strafbarkeit, .steigt, je länger W..Mensch .auf solche.Weise, sei -

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