Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

4io Strafrecht.
terblieben seyn würde." Vielleicht wäre auch eine juristischere
Wendung für die Worte: „Es müßte— erhellen" erforderlich.
— Es ist im Allgemeinen -an dem Entwürfe sehr zu loben,
daß er das richterliche Ermessen uicht unnöthig beschrankt. So
schreibt der Art. 8l bei der Strafe des Gchülfen, dem baier-
schen Gesetzbuche und Entwürfe entgegen (Bauer S. 510)
kein Minimum vor. — Zum Art. 82 über die Pflicht zur An-
zeige vorbereiteter oder angefangener Verbrechen vgl. Nro. 5
0. 513 ff., dessen Raisonnement dem Rec. nicht eingeleuchtet
hat. Mittermaier (Nro. L. -S. 664) erklärt die Nichtbe-
strafung und die Nichtaufnahme der baierschen Vorschrift sehr
weise. Bauer zählt ©, 5r4. 5i5 die Ansichten anderer Gesetz-
gebungen auf. Rec. ist nicht der Meinung,-und pflichtet da-
rin der krit. Bel. S. 192 — 195 völlig bei, wenigstens nicht
ausdrücklich dje Straflosigkeit auszusprechen, sondern etwa in
dem besondern Theile bei dem Verbrechen, -wo die unterlassene
Anzeige oder Hinderung vorbereiteter, angefangener (vollende-
1er) Verbrechen -strafbar wird, dies zu bestimmen, -und höch-
stens hier (zufolge-krit. Bel. S. 195 ff.) diejenigen ausdrück-
lich strafbar zu erklären, denen specielle amtliche -oder sonstige
Obliegenheiten eine Anzeige zur Wicht machen. Die» würde
aber Rec. wenigstens für nothwendig halten, da er eigentlich
die Bürgerpflicht noch höher stellen möchte, ÄS dadurch gesche-
hen würde. Vgl. dessen Beitrage zur Rechtsphilosophie §. 109.
— Art. 8Z. Auch die neue Fassung dieses Art. will dem Rec.
nicht zusagen. Auf alle Fälle ist der Ausdruck „innerhalb
dieser Granzen" für ein Gesetz zu unbestimmt. Innerhalb der
Granzen dieses geringeren Verbrechens, müßte eS heißen. Bei
diesem Artikel fragt es sich aber noch sehr, vb nicht die Theo-
rie des Art. 154 ihre Anwendung auch bei dem Gehüsten lei-
den, und nicht das schwerere Verbrechen ihm aus dem Gesichts-
punkte der Fahrlässigkeit zuzurechnen seyn würde, zumal wenn

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