Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

Entw. eines Strafgesetzd. für Hannover u. s. w. 407
soll. Dies war auch Bauer's Ansicht (S. 484. 498). Im
Nachtrage ist nun eine Veränderung beliebt, wonach die Straf-
losigkeit in dem hier gemeinten Falle auch dann eintreten soll,
wenn das Verbrechen dennoch verübt wurde, und will Bauer
jetzt (S. 493 Not. c) Mittermaier a. a. O. berücksichtigt
wissen, dessen NesonnemM jedoch deniRec. nicht befriedigt hat.
Nimmt man nun aber auch MiLtermaier's Aenderung von
Nro» II, so scheint dem Rec. damit doch Nro. I noch nicht
überflüssig zu werden,'viel weniger einen Doppelsinn, da die
Worte ganz offenbar auch den Fall begreifen und begreifen
sollen, wenn das Verbrechen auch wirklich nicht verhindert
worden ist, und am wenigsten eine Zmmoralitat zu enthalten.
Der Vf. der krit. Bel» denkt (S. i8o. 18O den Staatsver-
band auf einer sehr niedrigen. Stufe, wenn er etwas Immora-
lisches darin findet, durch Anzeige bei der Behörde ein Verbre-
chen zu verhindern» Sein Argument beweist zu viel,weil dann
jede Denunciation verworfen werden müßte. Und wann wird
man endlich anfangen, einen edlem Begriff von den Pflichten
eines Bürgers zu fassen? In der That geht der Eifer der
krit, Bel. gegen jenen Art. 73 Nro» 1 (S. 18Z. i84) ferner
gegen die Bestimmung des Art. 77 §> 2, wonach die Genossen
einer Bande unter gewissen Umstanden straflos bleiben, wenn
sie das Dafepn der Bande der Obrigkeit anzeigen, (S. 186)
und endlich gegen Art. uo Nro. 6, wonach Strafminderung
bei dem Verbrecher eintreten soll, der andere unbekannte Ver-
brecher dem Gerichte anzeigt oder freiwillig deren Ergreifung
befördert (S. 255), — aus einer kleinlichen Ansicht vom Staate
und unserem Verhältnisse zu demselben hervor. Es ist das
Ergebniß eines Gefühls, das immer mehr untergchen muß,
je mehr der Mensch' von der sittlichen Nothwendigkeit eines
Gemeinwesens und von der Liebe zu seinem Staate durchdrun-
gen wird. Auf das Letztere muß aber das Strafrecht, so wie

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