Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

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Entw. rincö Strafgrsctzb. für Hannover u. s. w.
rath und nur irre führt. Nur zu leicht wird der denkende
Richter versucht werden, bei den unendlichen, nie vorher zu
beflimmcnden, Nuancen der zur Entscheidung vorkommenden
speciellen Falle, Unterschiede in jenen Ausdrücken auszumitteln.
Nun hat zwar Ban er (S. 422 .ff.) sich dagegen vertheidigt.
Allein es fragt sich, -was die Definition !des rechtswidrigen Vor,
fatzes im allgemeinen Theile soll, wenn der Ausdruck selbst nur
sechsmal im Entwürfe vorkommt, uamlich bei der Vrandstif,
tung Art. iZy, Fälschung 'öffentlicher Urkunden Art. 199 §. 1.,
Abtreibung der Leibesfrucht Art. 256 §. 1, vorsätzlicher Körper»
Verletzung Art. 241 '§. i, Unterdrückung des Familienstandes
Art. 253, Injurie Art. 267. Ferner Möchte doch dem Entwurf
ein nicht fester Gebrauch der Ausdrücke vorzuwerfen sepn. So
isoll z. 23. „mit VorbedaHt" zufolge Bauer (S. 424) Vorsatz
mit Ueberlegung heißen. Allein an den drei angeführten
Stellen -steht dieser Ausdruck -nur einmal, Art. 229. Zm Art.
255 Nro. I wird er nicht gebraucht, sondern nur die Sache
beschrieben, -und Art. 242 heißt Ts „mit vorbedachtem Ent-
schlüsse." Wenigstens laßt sich so viel annehmen, daß, wenn
sich'auch die gebrauchten Ausdrücke da, -wo neben dem Vorsatz
z. B. Ueberlegung -oder eine besondere Richtung des Willens
ausgedrückt werden soll, rechtfertigen lassen (vgl. Nisv. 4 S. 95),
darum doch weder die Kürze noch ein anderer Grund ausrei-
chend ist, -um den -schwankenden Gebrauch der Kunstausdrücke,
zumal in einem Gesetzbuche, das so strenge den Ausdruck Ver-
gehen auszumerzen gesucht hat, zu empfehlen. — Im
Art. 50 und Rro. 5 S. 426 findet sich abermals ein Wider-
spruch mit der Theorie Dom psychologischen Zwange; denn,
wenn es -schon zur Strafe genügt, nur die Strafbarkeit einer
Handlung zu kennen, so wird damit die gesetzliche Strafdro-
hung unwesentlich für die Strafe. — Durch die Art. 51—55
ist ein wesentlicher Fortschritt in der Lehre vom 6olus und dessen
S..

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