Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

Entw. eines Strafgesetzb. für Hannover u. f, w. Z75
würfe, und die durchgängige sprachwidrige Einführung des
Wortes „Verbrechen" für alle darin mit Strafe bedrohten Ue-
Vertretungen, lobt die innere Anordnung des Entwurfs, den,
richterlichem Ermessen gelassenen, Raum, die intensive Progres-
sion der Freiheitsstrafen und die'Milde in den Strafbestim-
mungen. Wiederholt dringt er vor Einführung des neuen Ge-
setzbuchs auf die Errichtung neuer Straf- und Besserungsan-
stalten (S. 27. io4. 278 ff.); S. 29 giebt er, indem er einen
seden Artikel nach der neuesten Redaktion abdruckcn laßt, dazu
im Einzelnen sehr schätzbare Bemerkungen, wiewohl sie nicht
durchgängig in einer wissenschaftlich pracisen Sprache geschrie-
ben sind.
Oeffentlich ist bisher über den Entwurf nichts weiter er«
schienen: nach einer Aeußerung (Nro. 5 S. 649) scheint Oer-
sted über das Kapitel vom Diebstahl und Betrug Bemerkun-
gen unter der Hand mitgetheilt zu haben. Doch liegt in den
angezeigten Werken für die Kritik ein hinreichender Stoff, aus
dem Rec. das Wesentlichste hervorheben wird.
Hier wird zuerst die Prajudicialfrage zu erörtern seyn, ob
die Abfassung eines neuen Strafgesetzbuchs für das Königreich
Hannover nothwendig war! Bauer'S Gründe für die Beja-
hung dieser Frage (Nro. 5 S. 25z. 254) sind, wenn sie rich,
tig wären, auf alle deutsche Bundesstaaten, wo man neue
Strafgesetzbücher projectirt, anwendbar, und daher ihre Prü-
fung von Wichtigkeit. In dem größten Theil des Königreichs
habe, sagt er, bisher die Carolina und eine große Zahl meist
älterer Landesverordnungen über einzelne Verbrechen gegolten,
welche hauptsächlich auf der jetzt als irrig anerkannten Vor»
stcllung beruhten, als ob große Härte der Strafbestimmungen
am einfachsten und sichersten zum Zweck führe. Bei den Fort-
schritten, welche die Wissenschaft des CriminalrechtS und der
Criminalpolitik gemacht, und bei dem gegenwärtigen Zustande

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