Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

379 Strafrecht.
nach der Restauration, als der damalige Obersachwalter (Sol-
licitor goveral) sich mit Andern zu einem Ausschüsse vereinigte,
der sich mit dem Oberhause über die beste Methode zu be,
rathen hatte, wie eine Reform der Strafgesetzgebung in's Werk
zu richten ftp. Dieser Versuch scheint der Letzte von so umfas»
sender Art gewesen zu sepn. Erst in der neusten Zeit glaubt
man sich überzeugt zu haben, daß die bisherigen Unternehmt»»,
gen »18 zu umfassend fehlschlagen mußten, und man versprach
sich von der succeffiven Zusammentragung und Ueberarbeitung
der Strafverordnungen für einzelne Verbrechen einen bessern
Erfolg. Besonders ist bekanntlich der Staatsftcretar Peel Ur-
heber mehrerer Bills zu diesem beschrankteren Zwecke gewesen;
erst am 6. Februar 1826 brachte er namentlich eine Bill der Art
Behufs deS Diebstahls (Kill kor consolidating the Statute
Law relating to the Crime of Theft) im Parlament ein.
Wahrend nun neben diesen bedächtigen Rcformversuchen
ln England zugleich durch Privatgesellschaften unter höherer
Mitwirkung an der Verbesserung der durch die milderen An-
sichten von Strafen und Verbrechen wichtiger als je werdenden
Strafanstalten thatig Hand angelegt wurde: ist man im Kö-
nigreich Hannover, dem Beispiele mehrerer anderer deut-
scher Bundesstaaten freilich gemäß, auf eine fast durchaus
entgegengesetzte Weise verfahren. Die Geschichte des Entwurfs
für dasselbe ist kürzlich folgende:
Im Mai 1823 ward eine Commission abseiten der Re-
gierung mit dem Entwürfe eines Strafgesetzbuchs und einer
peinlichen Proceßordnung beauftragt. Was die letztere betrifft,
so soll sich die Commission auch damit „beschäftigt haben"
(Rro. 7. S. 27). Gewiß ist, daß ein Entwurf der Art bis-
lang (September »827) ebensowenig als der Entwurf eines
Polizeistrafgesetzbuchs erschienen, und zur Errichtung neuer
Straf, und Besserungs-Anstalten noch nicht einmal ein Plan

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