Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

2?o Würtembergisches Recht.
promulgirt wurde. — Nr. Vlil. giebt unter dem Namen „Be-
merkungen über das Verfahren in Untergangssachen" (non
-LberamrSk Richter Hufnagel) eine gute und kurze Zusam-
menstellung der wesentlichen Momente dieses Verfahrens. —
Nr. X. beantwortet die Frage: „Wie ist die Parthie, welche in
einem Civilurthelle mit einer Disciplinarstrafe belegt wurde,
über die ihr gegen das Rechtserkenntniß zustehenden RechtsmiL-
tel zu belehren?" — (von O.JRath Schümm). —Nr. XI.
(von einem Ungen.) legt eine „Anfrage über eine Injurien»
sache" vor. -- Nr. Xll. liefert Betrachtungen ,,über den Zu-
stand der Rechtspflege bei den Orlsobrigkeiten in Würtemberg"
(von O.A.RichterHammer). Sie verbreiten sich nicht blos über
streitige, sondern auch über die sogenannte nicht streitige Rechts-
pflege. Die Klagen des Verf. mögen sehr gegründet sepn; den-
noch sollten seine Erfahrungen einzig den Wunsch nach einer
EmrichNMg erzeugen, wodurch die Rechtsbegriffe mehr aufge-
klärt, und die Kenntnisse in rechtlichen Gegenständen erhöht
würden. Was der Verf. selbst thut, um Rechtseinheit in sei-
nem Sprengel zu verbreiten, das verdient alle Anerkennung.
Indessen werden weder schriftliche noch mündliche Belehrungen
zu einem im Ganzen bedeutenden Resultate führen, so lange
die einzige wahre Quelle der Rechtsbildung im Volke, öffentliche
und mündliche Rechtspflege verstopft bleibt. Ausserdem müssen
sich die Gesetze selbst auch noch einer bedeutenden Schuld entle-
digen. Gesetze, die bei aller Ausführlichkeit, und nicht selten
durch dirselbe, sogar den gebildeten Juristen an nicht wenigen
Stellen dunkel scheinen, und bei allem Streben zum System
doch nicht zur innern Harmonie gelangen, müssen für weniger
gebildete Kreise fast unzugänglich bleiben. Wenn sich die Ge-
setzgebung in's Spstematistren verliert und eigentliche Doctnnen
in die Welt schickt, die als solche denn doch nicht fein genug
und nach allen Seiten hin mit steter Festhaltung des Einzelnen

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