Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

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Hofacker, Jahrbücher.
Wer daß römische Recht über die vorgelegte Frage zu
Rath zieht — was ein Zeder thun muß, welcher dieselbe
gemeinrechtlich beantworten will, -- der darf sich nicht bloß
an daß neueste röm. Recht halten, sondern er muß noch etwas
weiter zurückgehen, und den Sinn der neuesten Anordnungen
aus den srühern Grundsätzen zu bestimmen suchen. Das ist
denn auch in den Motiven beiKapf(S. 169—172), und nicht
weniger von unserm Derf. geschehen, wenn der letztere gleich be-
hauptet, daß die Bedeutung des neuesten Rechts für die auf-
geworfene Frage mit Selbstständigkeit und ohne Rücksicht auf
das altere hervortrete (§. 19.). Sin wesentlicher Fehler des Aerf.
war aber, man mag das Aug auf das ältere oder das neuere
röm. Recht wenden, daß er sich mit den bei Kaps gegebenen
Motiven in einen Streit einließ, ob dem Mann für die Vvr-
Lheile am Heirathgut eine Klage zukomme. Dieß verleitete
ihn für
A.) ha& frühere röm. Recht:
I.) zu der Behauptung, daß die Actio de moribus eine
auf>Dermögenßverlust unmittelbar gerichtete Klage gewchen sey
(I. 23. S.' 591.). Allerdings beschäftigte sich das judicium de
moribus iriit keinem Scheidungsprocesse im neueren Sinuc des
Worts (I. e. S. 3S7 — 539.); dennoch aber läßt sich hisicnsch
nachweisen, daß von einem gewißen Slandpuncte aus und nach
einer gewißen Richtung hin das Gericht als wahrhaftes Ehcgc-
richt erscheine. Auf jeden Fall war die Actio de moribus nie
auf Vermögensverlust zunächst, sondern einzig darauf gerichtet,
die Schuld des Divorürendeu an das Licht zu stellen. Sie
führte die Untersuchung herbei, an et cujus culpa die Ehe sich
trennte. War über die culpa einmal entschieden, so trat Ver-
mögensverlust ein; Allein in der Entscheidung als solcher lag
noch kein Zuspruch eines peeuniären Vorteils. Was der Mann
am Heirathgut in Folge jener Entscheidung über die cukpa sei.

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