Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

246 Römisches Recht.
verlangen kann. Auch die Rücksicht auf die Kinder verschwin-
det in diesem Fall. Denn cs mögen Kinder in der Ehe ftpn
oder nicht: so hat die Frau immer ein gleiches Recht. L. 29.
C, de rei ux. act. Es ist also hier für den Unterhalt der
Frau im Allgemeinen, ohne Rücksicht auf Kinder und- Witt-
wenstand, gesorgt, und so zeigt sich auch in diesem Puncte, daß
dem ganzen Institute schwerlich ein einfacher Gedanke Zum
Grunde fliegt.
Sehr artig hat der Verf. die Wirkungen der don. pr.
nupt. während und nach der Ehe (S. 207—2r4) entwickelt.
Er selbst gesteht indeß zu, daß durch Verträge unter den Ver-
lobten oder Ehegatten (und diese waren wohl die Hauptsache)
eben diese Wirkungen vielfach modificirt werden konnten. Die
" Hauptfrage ist indeß, ob das Merkmal, welches der Verf. in
die Begriffsbestimmung der don. pr. nupt. ausgenommen hat,
daß nämlich die letztere ihrem Wesen nach und wenn nichts
Anderes ausgemacht worden, nur Ususfructus ftp, sich recht-
fertigen und erweisen lasse. Seine Hauptgründe hierfür — denn
auf die nichtsbeweisende Nov. 71. e. 1. §. 3. legt er selbst kein
besonderes Gewicht — sind genommen aus drei Stellen des
Codex und der Novellen. 1) Die L. un. C. si secundo nups*
mulier. Allein diese Stelle spricht nur vom ususfructus ro-
rum ante nuptias donatarum» ohne daß wir deßhalb berech-
tigt sind zu schließen: folglich hat die Frau immer nur den
ususfructus. Kann man nicht von einem1 ususfr, reden, ohne
daß deßhalb die Proprietät des Jnnehaberö desselben aufgeho-
ben wird? ES fragte sich hier nur: verliert die Frau den
ususfructus durch eine zweite Herrath? Dreß wird, im Gegen-
satz gegen den ususfr. an dem übrigen Vermögen des Man-
nes , den dieser der Wittwe hinterlaffen hatte, gelaugnet. Vom
äominium der don. pr. nupt. zu reden, war nicht Absicht der
Berf. der Constitution. Dieses <das Eigenthum) konnte auch

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