Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

244 Römisches Recht.
Der Werf. "wendet sich zur Darstellung seiner Ansicht, die
einige and ere Schriftsteller vor ihm angedeutet, aber noch nicht
ausgeführt hatten. Sie geht dahin, daß die don. propt. nupt.
eine „WiUwenversorgung, also eine bedingte Schenkung, be«
dingt durch den wirklichen Wi'ttwrnstand der Frau" sey. Dies;
weiß der Verf. sehr fein zu entwickeln. Allein Res. halt
die Sach'?, doch nicht für ausgemacht. Denn die Frau be-
kommt ja nichts von der don. pr. nupt., wenn keine Kinder
da sind (S. ri3.). Das wäre doch auf allen Fall eine schlechte
Versorgung der Wittwe! Sie bedarf alsdann einer solchen oft-
mals am mehrsten. Denn sie hat keine Kinder, welche für sie
Sorge tragen könnten/ Der Verf. nimmt freilich (S. 221.)
an, es fey anfangs wohl nicht auf die Existenz der Kinder
angekonimen; sondern das Institut habe sich erst später durch
Kais. Constitutionen so ausgebildet.' Allein, wenn der Verf.
den Zweck der Justinianeischen don. ante nupt., oder- der don.
propt. n. an ge den will, so ist er ja doch an die im neuesten
Rechte aufgestellten Granzen dieses Instituts gebunden; und
darnach laßt sich schwerlich behaupten, daß es eine Witlwen-
versorgung gewesen, sondern nur, daß sie eine solche sepn
'konnte, und auch war, wenn Kinder vorhanden waren. Man
'könnte daher befugt sepn anzunehmen, daß die don. pr. nupt.
eigentlich mehr auf das Wohl der Kinder berechnet gewesen
sep, und nur folgeweise auch auf die Versorgung der Wittwe
nach dem Tode des Mannes abzielte. Daraus ließe sich er-
klären, weßhalb die Frau während der Ehe weder Eigenthum,
noch Bitsitz, noch Administration der don. halte.- Denn, wa-
ren Kinder in der Ehe, so würden dieselben ja vom Vater er-
nährt; daraus auch, weßhalb die Frau, wenn sie vor dem
Manne: starb, die don. pr. n. ihren Erben nicht hinterließ.
Denn sie war nicht unmittelbar, sondern nur mittelbar (durch
das Zorhandensepn der Kinder) für die Frau berechnet, und

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