Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

2l4 Römische RechtSgeschicht'e.
durch das Anbrangen der neuen Bürger, welche keine (herr-
schenden) Geschlechter haben, bewirkt wird, so wäre doch dem
Wesen deSi Staats nichts widersprechender, als anzunehmen,
daß jene neue Eintheilung blos die neuen Bürger umfaßt hatte,
indem ja die alten eben so wenig und noch viel weniger von
einem nothwendigen Stücke der civijen Freiheit ausgeschlossen
werden können (Liv. 45, >5. omnibus quinque et triginta tri“
bubus emovere — id est civitatem libertatemque eripere)*
Nur das ist freilich wahr, und wird durch die ganze Geschichte
bestätigt, baß jene neue Eintheilung für die staatsrechtlichen
Verhältnisse der Edelbürtigen zunächst gleichgültig bleibt — sie
haben ja noch die Geschlechter und in ihnen, die durch die Um«
Wandelung deö Aceefforischen nicht. mit ergriffen werden konn-

Stiftung neuer tribus verbunden; wird ein Einzelner ausgenom-
men, so kann er nur eine schon vorhandene gens und tribus er-
halten. r) Die tribus sind erblich, was nur dadurch erklärlich
wird, daß das Geschlecht in der tribus ist. z) Der Nähme,
welcher die ganze Bedeutung des Menschen ausdrücken soll, ist so
1 eingerichtet, daß die tribus unmittelbar neben dem Geschlecht vor
der Familie erwähne wird (jedoch nicht mit der GeschlechtSendi,
gung, sondern im Ablativ (Claudia sc. ex tribu) weil der Wohn-
ort des Geschlechts nicht selbst etwas Geschlechtliches, sondern et-
was von außen Hinzulretendes ist) wonach das Geschlecht in der
Tribus wohnt, nicht der Einzelne. —> Da nun die tribus ur-
sprünglich etwas im Geschlecht lebendig Ausgehendes sind, so wird
daraus auch von selbst verständlich werden, was Virgil. Aen. 7,
707. von Clausus so buchstäblich wahr und schön sagt: Claudia
nunc a quo diffunditur ct tribus et gens Per Latium. Sein
großes Geschlecht hatte nämlich Eine ganze tribus jnne. Nie-
buhr, der hier in mehren Stücken von ganz entgegengesetzten
Grundsätzen ausgeht, versteht nämlich auch diesen Vers ganz an-
ders (1, S. 4ää.).

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