Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

200

Prrggö, altröm. Testament.
den sich Dirksen in Betreff der Adoption des Octavian gegen
daß Zeugnist des Sippian beruft, verdächtig macht. Nef. ge-
steht, von Dirksens Gründen völlig überzeugt zu scpn, daß,
was nicht-juristische Schriftsteller adoptio per testamentum
nennen, zur Zeit der elastischen Juristen nur abusive adoptio
genannt werden konnte, und nichts anders als eine institutio
sub conditione nominis ferendi war. Die Haupt-Argumente
scheinen ihm dabei die Unzulänglichkeit des neueren Testamentes
zur Form der Adoption, und das Stillschweigen der Juristen.
Die Berufung auf die Adoption des Octavian scheint ihm bei
dem ganzen Streite nur ein Ws d’oeuvre.511 sepn. Nun
muß er freilich zugeben, daß Dio am angeführten Orte Casars
Verfügungen über Octavian, und feine Anordnungen über seine
postumos durcheinander bringt; es scheint ihm aber nicht, daß
das Uebertragen der angeordneten Tutel von dem, auch von Dio
unmittelbar darauf erwähnten, Falle, wo das Vermögen nicht
Octavian, sondern dem PostumuS zufiele, auf Octavian, die-
sem Schriftsteller seine Glaubwürdigkeit in einer andern Ange-
legenheit benimmt, wo es sich nicht um eine juristische Rela-
tion, sondern um die Erklärung einer Art von Staats-Action
handelt.
Von Z. iZ. an folgen Legate (sammtlich damnationis, und
auf ein Geldquantum gerichtet), Fidcicommisse und Freiheiten,
von denen eö ungewiß erscheint, ob sie allen Graden der Erben
auferlegt seyen, oder nur einzelnen. Ref. vermuthet, daß Fidei-
kommisse und Freiheiten.alle Erben verbinden sollten, die Le-
gata damnationis aber nur die Erben des dritten Grades. Be-
merkenswerth ist bei diesen Verfügungen über Singularsuccestlo-
nen auch noch die strenge Scheidung, der zufolge zuerst die Le-
gate, dann die Fideicommisse, und zuletzt die Freiheiten aufge-
zählt werden. Es scheint dieß eine Art Ehrenrang, demzufolge
eö anständiger war, einem angesehenen Freunde durch ein Le-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer