Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

»-B

Handelsrecht.
enthalt wesentlich ein Bekenntniß und ein Versprechen des Schis»
fers: das Bekenntniß, Waaren am Bord von Jemandem em-
pfangen zu haben; das Versprechen, dieselben an Jemanden
zu liefern. Für den Begriff des C. ist es dagegen nicht we-
sentlich, daß der Bestimmungsort iocus certus oder der Desti-
natar persona cvria ftp. Eö giebt bekanntlich Verhältnisse,
wo der Schiffer irn Connoffamcnte an einem Zwifchcnorle die
Ordre der Bestimmung einzuholen verspricht. Auch ist sehr
häufig das Eonnossament nur an Ordre gestellt, wo der Em.
pfanger sich erst am Bestimmungsorte durch Vvrzeigen des Con»
nvssaments legitimirt. Es sind überhaupt drei Falle zu unter-
scheiden. Ein Eonnossament lautet allgemein an Ordre, oder
an einen bestimmten Mann, oder endlich an einen bestimmten
Mann mit dem Zusatz: oder Ordre (oder dessen Ordre). Der
Verf. hat in seiner ganzen Abhandlung diese Falle nicht unter-
schieden, und so den Einfluß dieser Unterschiede bei dem Fall,
daß der Absender daS zurückbehaltene zweite Eonnossament ei-
nem andern Manne überschickt, ganz unerörtert gelassen.
Wenn der Vers, ferner als Regel aufstellt, daß fit Deutsch-
land durchgängig nur drei Connoffamente ausgestellt werden,
so ist auch dies durchaus zu bestreiten, und vollends unrichtig
ist es, wenn er sein Thema so behandelt: Es ereigne sich hau-
sig, daß der Ablader, nachdem er das Collnossamcnt an den
Destinatar abgesandt, entweder weil er dessen mißliche Um-
stande erfahre, oder weil er aus einem andern Grunde seinen
^ Entschluß ändere, ein neues Eonnossament von dem
Schiffer zeichnen lasse, und dieses an einen Dritten ftn.
de. Man kann sagen, daß dies in der Regel niemals geschieht,
da der Schiffer, nachdem er seine bestimmte Anzahl Connossa-
mente gezeichnet hat, andere über dieselbe Waare nicht zeich-
nen darf, ohne sich in Verantwortlichkeit aller Art zu setzen,
oder wenigstens dazu sich nicht verstehen wird. Vielmehr be-

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