Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

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Plate, Mekerrecht in Lüneburg.
den von ihm in §. 36, namentlich auch aus dem Rechte des
Intenmswirths auf einen Altentheil geführten Beweis für treff-
lich halten. Ein solches eventuelles Anerbenrecht scheint ganz
in dem Wesen des deutschen Rechts zu liegen, worin Sachen-
Familien - und Erb-Rechtsverhältnisse ssch gegenseitig in ihren
innerlichsten Gründen berühren und das Recht besonders in ge-
witzen Kreisen fast nur alö eine unter die Guarantie der öffent-
lichen Gewalt gestellte Sitte erscheint.
Indem wir diesen Gestchtspunet als vorzüglich wichtig her-
vorheben, treten wir ganz dem Derf. bei, wenn er (S. 49.)
der Jnterimswirthschaft im Vergleich mit einer Verpachtung des
MeierguteS den Vorzug ertheilt; obwohl neuere Gesetze, wie
z. B. ein Paar Mecklenburgische Verordnungen vom i. Nov.
1808. und Z. Dec. 1810. (bei Both, Samml. der Mecklenb.
Landesgesetze Th. III. S. 75-) den Versuch gemacht haben, an
die Stelle der Jnterimswirthschaft eine interimistische bis zur
Großjährigkeit des Anerben dauernde Verpachtung des Hofes zu
setzen. Nur zu sehr neigt die neuere Zeit gegen den Geist des
deutschen Rechts dahin, solchen Rechtsverhältnissen, welche im
Familienleben und sittlichen Zustanden ihre tiefere Begründung
finden, rein juristische Verhältnisse zu substituiren, und eS laßt
sich doch schwerlich laugnen, daß mehrere Rechtsverhältnisse der
erstem Art, wie z. B. auch die eheliche Gütergemeinschaft, das
Vertrauen beim Volke nur deßhalb verloren haben, weil eine
mit oft sehr übel angebrachten Analogieen des fremden RechlS
überfüllte, und dadurch immer controversenreicher werdende Theo-
rie auch ins practische Leben eine Menge von Verwickelungen
einführte, welche ursprünglich gar nicht Vorkommen konnten,
und dem Wesen deS alteren Instituts eigentlich ganz fremd ge-
wesen waren.
Unter den von H. Dir. Ha ge mann beigefügten Noten
schienen uns die wichtigsten die auf S. 19—22, worin von

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