Full text: Volume (Bd. 3 (1827))

8 Deutsches Recht.
ftr, indem er ihm kn §. 36. für sich und seine eheliche Nach-
kommenschaft ein/eventuelles Anerbenrecht zuschreibt. Plate
will jene Freiheit des Gutsherrn nicht unbedingt anerkennen,
wlll aber dafür auch S. 65. dem JnterimSwirthe und seiner
ehelirhen Nachkommenschaft jenes eventuelle Anerbenrecht nicht
einraumen. Mittermaier in §. sagt nur, daß der In-
terimswirth, da er als Colonuö ausgenommen sey, und sein
Allodium in das Gut gebracht habe, selbst eventuelle Suc-
cessionsrechte erwerben könne, und Eichhorn intz.566.
äußert sich dahin, daß der Jnterimswirth für alle seine Leistun-
gen am Anfänge und wahrend der Jnterimswirthschaft bei Be-
endigung seines Rechtes eine Leibzucht für sich und eine Aus,
lobung, .auch wohl ein eventuelles Anerbenrccht für
seine Kinder erhalte. Wenn das Particularrecht oder der
bei Errichtung der Jnterimswirthschaft abgeschlossene Vertrag
über dieses eventuelle Anerbenrecht genauere Bestimmungen ent-
halten, so ist eben Alles darnach zu beurrheilen. Wenn eS
aber noch an einer gesetzlichen Meierordnung fehlt, wie im
Fürstentum Lüneburg; wenn Meierbriefe nicht allgemein ge-
bräuchlich sind, wie ebendaselbst; wenn ein wirklich abgeschlos-
sener Vertrag dieses Anerbenrecht nicht berührt, vielleicht deß-
halb, weil bei zahlreicher Nachkommenschaft des verstorbenen
Coloni der Fall nicht leicht möglich zu seyn schien, daß ein dem
Jnlerimswirthe und seiner ehelichen Nachkommenschaft beizule-
gendes Anerbenrecht jemals von practischer Wirksamkeit seyn
könnte, was soll in diesen Fallen gelten? Man sieht leicht, daß
die Hauptfrage so lautet: Kann c§ für gemeinrechtlich gehalten
werden, daß dem JnterimSwirthe und feiner ehelichen Nach»
kommenfchaft in Ermangelung particularrechtlicher oder ver-
tragsmäßiger Bestimmungen ein eventuelles Anerbenrecht zu-
komme? Wir unsrerseits glauben diese Frage bejahen zu müssen,
und treten hier ganz der Meinung Runde's bei, so wie wir

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