Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

484 Uebrrsicht über das
jedenfalls nicht in systematischer Ordnung zusammengestellt
waren, einen erhbheten Werth, namentlich auch alö Reper-
torium für.Geschaftsmanner. Derselbe zerfallt in eine Einlei-
tung, in einen allgemeinen und in einen besondern Theil.
Der allgemeine Theil enthalt die über die einzelnen Abschnitte
deS Verfahrens verbreiteten Hauptlehren, der besondere Theil
(§. 100— 245.) die einzelnen Abschnitte des Strafverfahrens.
Der Lehre von den Criminalkosten ist, unseres Erachtens, nicht
ganz zweckmäßig, ein Capitel im Abschnitte von den Haupt-
grundsatzen des StrafprocesscS gewidmet; der Zuhörer kann
diese Materie zu Anfänge, und so lange er noch nichts von der
Specialinquisttion, von der Entbindung von der Instanz weiß,
in ihrem ganzen Zusammenhänge nicht klar auffaffen. Auch
scheint uns, daß die gestimmte Lehre von der Criminalverjäh»
rung so wenig in die Theorie des Strafproccffes gehöre, als
die Lehre von der Civilverjahrung in die Theorie des Civilpro-
cefses. Dem besondern Theile legt der Verf. die Form des
Inquisiiionsprocesses zu Grunde, was sich namentlich auch
durch die Verbindung des Württ. Rechtes mit dem gemeinen
teutfchen vollkommen rechtfertigt. Die General- und Special-
Inquisition ist, nach der gegenwärtig herrschenden gemeinrecht-
lichen Doktrin, gut dargcstellt. Aber mit dieser Doktrin selbst
können wir nicht einverstanden seyn. Die Eröffnung der Spe-
cialinquisition ist der Natur der Sache nach mit bedeutenden
Nachtheilen für den in Anschuldigungsstand versetzten verbun-
den; er erscheint als ein solcher, dem man öffentlich die Bege-
hung eines Verbrechens zutraut, er tritt aus dem Stande der
Unbescholtenheit in den der Anrüchtigkeit ein; er wird in Würt-
temberg unfähig zu Ausübung der staatsbürgerlichen Aktiv- und
Passiv-Wahlrechte. Der Eintritt dieser, mit Eröffnung der
Specialinquisttion verbundenen Nachtheile, muß durch einen be-
istimmten Grad von Verdacht, durch einen wenigstens halbe«

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