Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

48 RSmisches Recht.
Wahl dessen, was, als das wenige Allerwichtkgste, welches
diese Ausgabe allein zuließ, gegeben werden sollte, ist im Gan-
zcn wohl zweckmäßig zu nennen: doch ist sie nicht frei von
dem Vorwurfe einer zu sehr blos ausserlichen. Cajus wird an-
geführt: mit Recht, insofern er Hauptquelle oder, ganz nahe
verwandt ist. Aber richtiger wäre, überhaupt alle Hauptqucl-
len und ganz nahe verwandte Stellen anzuführcn, also zuwei-
len neben Cajus, hier und da anstatt seiner Ulpianus u. A.
So ist I, 21. die angeführte Stelle des Cajus nur von gerin-
ger Erheblichkeit, indessen Ulpian Xi, 24.-27. viel wichtigere
Uebercinstimmung darbietet. Eben so ist ganz recht, daß die
Constitutionen cifirt werden, auf welche die Institutionen Bezug
nehmen: aber warum nicht überhaupt Alles, worauf sie sich
beziehen? warum z. B. nicht bei dem Citate Papinians, wel-
ches J. de codicillis II, 25. §. 1. verkommt, die damit wenig-
stens nahe verwandte Stelle Papinians in den Pandekten? —
Ich verkenne gar nicht, d.aß in der großen Eile, welche dieser
Arbeit gegeben werden sollte, Entschuldigungen für solche Be-
schränkungen auf blos aufferilchen Rücksichten liegen: aber da
wiederholt sich nur die Frage, wozu denn eine so große Eile,
um mit flüchtiger Arbeit einer gründlichem zuvorzueilen?
Ehe wir die Institutionen verlassen, ist noch von dem
Haupttheile der Noßbergerschen Arbeit, der deutschen Ueber-
setzung, zu berichten. Ob eine solche überall nützlich, oder über-
flüßig sey, die Frage wird in der Vorrede berührt. Ich ge-
stehe gern, daß ich noch immer nicht schlecht genug von der
Sprachkenntniß unsrer Juristen denken kann, um zu glauben,
daß für sie eine Uebersetzung, die sich doch nicht wohl dazu
eignet durch ihre Fassung die feinem Schwierigkeiten zu besei-
tigen, nöthig sey; und nicht gut genug von den Institutionen,
und der Verbreitung des Interesses für juristische Wissenschaft
in Deutschland, um anzunehmen, daß wegen der Gebildeten
aller

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