Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

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Württembergische Recht.
U.Abtheklung folgen lassen (wie eS scheint): so glauben wir,
daß er Etwas zurückstellt, was er ganz nothwendig hatte vor»
anstellen sollen. Wir erhalten auch hier daS Specielle ohne
alle Einleitung und ohne allen allgemeinen Gesichtspunkt, an
den wir es zu binden haben.
Ein solches Vermeiden des Generellen finden wir auch in
dem, wa» der Vers, in der ersten U. Abteilung über die,,be»
„sonderen Bestimmungen, welche den allgemeinen Theil deS
„Cr.R.'S angehen," sagt. Es sind hier bloß drei Punkte be»
rührt. Nun ist freilich richtig, daß unsre Strafgesetze sehr we-
nige allgemeine Grundsätze in allgemeiner Form aufstel-
len. Ware es aber nicht von großem Interesse, und zwar ge-
rade für eine Geschichte des Strafrechts, zu untersuchen und
zu zeigen, wie bei uns die Anwendung allgemeiner Principien,
z. 55. über Urheber und Gehüsten, Versuch, Culpa, Milde-
rungs > und Scharfungsgründe, Concurrenz u. s. w. sich bilde-
ten, was hiefär aus einzelnen Gesetzen, für einzelne Zeiten als
von denselben anerkannt sich schließen läßt, und wie namentlich
zu den verschiedenen Zeiten die Praxis diese Principien auf-
faßte? Gerade in dieser lctzstrn, für die Geschichte, besonders .
deS Strafrechts, so wichtigen Beziehung ist überhaupt noch viel
zu wenig geschehen, und gerade hiefür haben wir eine sehr
reiche Materialiensammlung, wie wenige, deutsche Staaten, in
unsern vielen Consilien- und N.espynsenfolianten der Tübinger
Facultat, (die ja bis ,8»6 eigentlich die einzige, für die wich-
tigeren Strafprozesse die Erkenntnisse verfassende Behörde war,
f. oben S. 271.) und einzelner Mitglieder derselben. Diese
sind überhaupt, so wie vom Derf., für diese Zwecke noch so
gut, wie gar nicht benützt. Aber auch einzelnes Interessantes
geben uns hier einzelne Gesetze, was sich sehr leicht in ein.
zelnen Beispielen aus dem i6tcn und r^ten Jahrhundert Nach-
weisen ließe. — Was aber die einzelnen Untersuchungen be-

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