Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

Lindelof, Grundriß des deutsch. St.R.'S. rüZ
und bringe, Gleichheit der Principien und der Einzelnheiten,
der Sache und der Form hinein!
So weit meine Ansicht und Darstellung von dem Streit»
puncte. Ehe aber ein definitives Uriheil gefällt werden'kann,
sind erst noch die Einwendungen der Gegner zu untersuchen;
von denen nur zu bedauern ist, daß sie so wenig sich in da»
Detail eingelassen haben. Wären vielleicht überwiegende Gründe
zu einer solchen vornehmen Allgemeinheit vorhanden? Die Vor»
würfe zerfallen in vier Elaffen; bei, jeder sollen die betreffenden
Stellen wörtlich angeführt werden.
u Mangel an Patriotismus und Politik; „auch die Wis-
senschaft soll sich hüten, der Jsolirungstendenz das Wort zu
reden, deren zerstörende Folgen noch im traurigen Andenken
sind". — Hier ist handgreifliches, doppeltes Mißverstandpiß.
Einmal handelt eS sich nicht davon „der Jsolirungstendenz das
Wort zu reden", sondern bloS dapon, darzustcllen, wie eS in
Deutschland würklich ist. Ob und welche Ansicht ich darüber,
wie ich mir Deutschland wünsche, auösprechen werde, ist
noch zu erwarten; in keinem Falle kann der Wunsch nach ei-
ner Aenderung die auf Gründen ruhende Einsicht in dieWürk«
lichkeit falschen, sondern im Gegentheile diese jenen verstärken»
Zweitens aber ist eS r'n höchst sonderbares Verfahren, einen
widerwärtigen aber würklich-bestehenden Zustand durch eine
falsche Darstellung ändern zu wollen. Dadurch, daß in einigen
Büchern oder einigen Professoren-Heften steht, ganz Deutsch-
land habe ein gemeusameö Staatsrecht, wahrend es ihrer 38
hat, wird wahrlich nichts erzeugt, als Lächeln bei denen, die
e» besser wissen. Mißachtung der Wissenschaft bei den Ausüben«
den, Verwirrung bei den Lernenden und Unwissenden, keines-
wegs aber Ein gemeinsamer deutscher Staat. E» findet hier
die Moral der bekannten Fabel von der Brücke und dem Post-
wagen volle Anwendung.

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