Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

Beck und Lauteren, daö erbach. und breuberg. La»d-R. rs
Werden soll, wenn die Gemeinschaft aufhören und die Abtei-
lung erfolgen werde (S.Z95.). Hinsichtlich eben dieses Leib-
gedinges gilt die Regel, daß durch den Tod ein^s der dazu be-
rechtigten Eltern die Hülste des Leibgedings, wenn solches nicht
ausdrücklich bedungen ist, darum nicht abstirbt; vielmehr hat
der überlebende Elterntheil fortwährend das Ganze zu fordern
(S. 596.).
WaS sich uns bei dem alt Deutschen Privatrechte über-
haupt, also auch 'bei jedem Particularrechte unserer Zeit, in
welchem sich des Alterthümlichcn und Ursprünglichen Viel er»
halten hat, wiederholt aufdringt, jene charakteristische Eigen-
thümlichkeit, vermöge deren sich Alles darin um die Familie
wendet, von ihr aus- und zu ihr wieder zurückgeht, das tritt
uns auch in dem Odenwalder Gewohnheiisrechte auf das Be-
stimmteste entgegen. Die beiden Haup thcile alles PrivatrcchtS,
Familienrecht und Vermögensrecht scheinen uns im Römischen
Rechte weit mehr als gleich selbstständige Massen neben ein-
ander zu stehen; das letztere macht sich von Anfang an als et,
was Eigenes, für sich Bestehendes geltend. Dagegen scheint eS
zum Wesen des rein vaterländischen Rechts zu gehören, daß
es den wichtigsten Instituten des Vermögensrechts an dieser
S lbstständigkeit völlig gebricht. Sie erhalten erst Sinn und
Bedeutung durch das Famllienrechl, sind mit diesem auf das
innigste verwebt und stehen zu ihm fast wie ein accessorium
zu feinem principale. Diese allgemeine Bemerkung, für deren
Richtigkeit die Beweise nicht ausschließlich, aber doch vorzüglich
in dem Deutschen Bauern- und Adels-, namentlich auch in dem
Hrivatfürstenrechte enthalten sind, findet ihre Bestätigung auch
in dem dritten sehr kurzen Kap. unserer Schrift, von Erb-
vertragen (S.äo6 — 408.). Wir heben hier nur die An-
gabe des Verf.'ö heraus, daß man noch jetzt im Hessischen
Odenwalde von Testamenten fast gar nichts weiß. Bei weitem

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer