Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

228 Römisches Recht.
Fall fein, daß der Mann bei einem Dotal-Grundstücke posili«
ven Schaden leidet; wenn einmal die ganze Aernte zu Grunde
geht, so daß er noch die Bestellungskosten verliert: wer mögre
aber wol sagen, daß er jetzt deren Ersatz von der Frau an»
sprechcn könne, weil bei Bestellung der Dos die Absicht gewe»
sen sei, ihm einen Vortheil zu schaffen, nun aber, da sich um-
gekehrt, wider die Absicht der Parteien, ein Nachtheil daraus
ergebe, eine Ausnahme von den gewöhnlichen Grundsazen ein-
treten müsse? Beide Falle sind aber im Wesentlichen ganz die-
selben.
Mit dem eben Berührten steht nun auch das Eine in
Verbindung, welches ich noch auf dem Herzen habe. Der In-
halt des Programmee, welcher großentheils im Rheinischen
Museum wiederholt ist, besteht in Aufzahlung und Widerlegung
der Meinungen Andrer, wobei der von mir früher vertheidig-
len besondre Aufmerksamkeit gewidmet wird. (Meinungen
Andrer, als welche ich 1805 prüfte, kommen ausserdem nicht
Vor). ES versteht sich, daß dabei hauptsächlich nachgewiesen
wird, wie jede derselben mit PapinianuS Worten streite, oder
ihnen Gewalt anthuc. Aber auch innere Unpäßlichkeiten wer-
den hervorgehoben, und dabei, namentlich gegen meine frühere
Meinung, dgl. Uebelstande geltend gemacht, als wovon eben
vorhin die Rede war, baß bei einem Minder-Ertrage des er-
sten Jahres der Ehemann sich übler stehe, wenn ihm das Grund-
stück früher, als wenn eS spater übergeben sei. Er macht die-
ses besonders geltend gegen eine Theorie, welche auf mathema-
tische Erörterungen gebauet sei. Das nun kann ich nicht an-
erkennen. Die Mathematik schafft ja nicht die Grundsätze,
sondern faßt nur bestimmt auf und führt folgerecht durch, waS
ihr von aussen gegeben ist. Daher kann man einer mathema-
tische durchgcführlen Theorie, eben so wenig als einer anders
.dargestellten, nicht zum Vorwurfe machen, was aus den zum

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer