Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

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Hasst, über die Rückgabe d. Früchte d. dos.
des Grundstückes einen Monat vor der Aernte, meint, der
Mann solle diese ganz haben, dieses um so viel mehr geneh-
migen wird, wenn bas Grundstück ein halbes Jahr vorher
übergeben wird; und darauf kommt es doch an, wenn man
sich im Felde der wahrscheinlichen Willens? Auslegung befindet.
Die zweite Ausnahme soll auch durch einen einzelnen Fall
naher vor das Auge gerückt werden. Durch spate Unglücksfalle
werde die viel versprechende Aernte nach der Ucbergabe noch
so zu Grunde gerichtet, daß sie nur 6 betrage, indeß der ge-
wöhnliche, und so auch der folgende Jahres-Ert-rag (etwa- ver-
möge Verpachtung) 24 sei. Hier würde, in dem Falle der
1.7. §. l-, dem Manne zukommen (64.24. J).-£ = 4; in-
dessen er, wenn die Frau ihm das Grundstück einen Monat
spater übergeben hätte, 24. r---6, also ein nicht Unbeträcht-
liches mehr erhalten hätte. Hier soll nun die Papinianische
Rechnung nicht statt finden, damit nicht, was zu Begünsti-
gung des Mannes angeordnet ist, gar zu seinem Nachtheile
gereiche; wie aber jetzt gerechnet werden solle, sagt der Vers«
nicht, ob auch nach Duarens Weise, (hier §4-6)? oder nur
geradezu so, als ob das Grundstück einen Monat später über-
geben wäre, (hier 6)? Meiner Ueberzeugung nach soll man
aber auch hier ja bei der Regel bleiben. Denn die dem Ehe-
manne durch die frühe Ucbergabe des Grundstückes zugedachte
Begünstigung wird, wie so Vieles in rechtlichen Verhältnissen,
nicht nach dem Erfolge im einzelnen Falle, sondern nach dem,
was sich mit Wahrscheinlichkeit voraussehen ließ, zu beurthei.
len sein; und im voraüs erscheint doch immer die Papinia-
sche Berechnung als vsrtheilhaft für den Mann. Wenn sich
durch besondre Unglücksfalle einmal das Gegentheil ereignet,
trage er dieses; wie es Regel ist, daß der. zu dessen Vortheil
eine Sache gereicht, auch die damit verknüpften Lasten und.
Unglücksfalle sich muß gefallen lassen. Es kann ja sogar der

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