Full text: Volume (Bd. 6 (1829))

Römisches Recht»

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ganz kurze ^eit besteht. Es kann paßlich dünken, die volle
Begünstigung schon eintreten zu lassen, wenn die Ehe nur nach
der ersten Aernte noch ein ganzes Jahr gedauert hat; wenn
fte früher beendigt wird, muß irgend eine billige mittlere Ent-
scheidung eintreten. Für diese ist ein natürlicher fester Anfangs-
punkt, baß, wenn die Ehe ganz früh, unmittelbar nach der
Aernte, beendigt wird, dem Manne paßlicher Weise nur von
jener Aernte der mit'-der Dauer der Ehe in Verhältniß ste-
hende Theil gebühren kann. Der Fortschritt von diesem festen
Puncte zu dem vorhin genannten, führt nun natürlich dahin,
daß man die zu theilende Masse, welche zuerst bloS die Früchte
des frühern Fruchtjahres begreift, so wie die.! Zeit tiefer in das
folgende Fahr eingreift, verhaltnißmäßig wachsen,läßt, bis sie
am Ende desselben beide Iahres-Früchte umfaßt, und hiervon,
nach der Dauer der dytirlen Ehe, einen vrrhaltnißmaßigen
Theil dem Manne zuweist. Die 1- 7. %. j. gibt, für einen
einzelnen Fall, gerade diese Entscheidung.
Gewiß muß man Liese Anknüpfung und Erklärung deS
bisher Unerklärten sinnreich und mit der Römischen, sich an
den wahrscheinlichen Willen der Parteien gern anschließenden
Weise wohl übereinstimmend nennen. Doch ist, ehe wir uns
ihr ganz hingeben, naher zu^ prüfen, ob sie auch mit allen
Grundsätzen gehörig übereinstimme, und mit allen einschlagen-
den Stellen der Alten sich vereinigen lasse. In Beziehung auf
daö Erste kann die Bedenklichkeit entstehen, ob die Grundsätze
über Schenkungen zwischen Ehegatten nicht in den Weg tre-
ten; aber mit gutem Grunde bemerkt Hasse, daß dieses, weil'
hier nur von einem Frucht-Geschenke die Rede ist, keines-
weges angenommen werden kann. Das Zweite betreffend darf
nicht eingewandt werden,/daß man erwarten sollte, bei der
Schwierigkeit und Feinheit der ganzen Ansicht und Enschei-
düng eine deutlichere Darlegung des vollen Zt sammenhange in

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