Volltext: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

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Stein, Handb. des Erbrechts.
„Verordnung des Erblassers, durch welche einer Person un-
„mittelbar einzelne Sachen Hintersassen werden, heißt —
„ein Vermachtniß oder Legat. Die Legate und Sing. Fi-
„deicommiffe sind in Ansehung des Gegenstandes sich gleich
sselbst das ist ja nicht wahr! der Vers, dachte nicht an das
„legatam partitionis], und unterscheiden sich blos dadurch,
„daß Vermächtnisse von dem Vermachtnißnehmer
unmittelbar, Sing.Fideicommisse aber nuttelbar,
„nehmlich von dem Erben, erworben werden!" Wo
fand wohl der Verf. diese Distinctio«? Eine ähnlich merk-
würdige Distinclion zwischen Agnaten und Cognaten findet sich
S. i6o. Hier sagt der Vers.: die Arrogirtcn und voll Adop-
tirtcn erben „den Adoptivvater, und die Verwandten des-
„selben von väterlicher Linie — Agnaten —, nicht
„aber dessen Gattin und seine Anverwandten mütterlicher Li»
„nie — Cognaten." Sind denn alle unsre Verwandte von
väterlicher Linie unsre Agnaten? — Im §. 121. sagt der Verf.:
wenn ein Gebäude veräußert worden ist, so „wurde cS entwc-
„der 0 verkauft, oder 2) vertauscht, oder 5) einem Kinde
„zum HeirathSgut gegeben." Sind denn di'eß die allein mög»
lichen Veräußerungsarten? Es sind blos die dem Schreiber ge-
wöhnlich vorkommenden. — Als Bedingung des Rechts des
überlebenden Gatten auf seine Jntestatporlion wird §. 219. an-
geführt, „daß der zu beerbende Ehegatte ohne Testament oder
irgend eine Verordnung von Todeswegen gestorben
sey." Ist denn beim Jntestatcodizill nicht das statutarische Jn-
tcstatcrbrecht begründet? Solcher Beispiele könnten noch Man-
che angeführt werden, wie die totale Verwechslung der ver-
brauchbaren Sachen , mit den fungiblen (S. 77. 78), die Be-
hauptung, daß bei der Descendentenerbfolge der Nähere den
Entfernteren ausschließe (S. 156), welche erst spater (S. 160
unten) zum Theil berichtigt wird u. dgl. mehr.

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