Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

59

Schnelle ad 1. >5.. 17. D. de usufructu.
halt der Verf. (S. 7—i>) eine lange Schutzrede zum Besten
der römischen Juristen, die füglich hatte wegbleiben können.
§. 2 — 5. incl. (S. 12—53.) folgen die Emendatoren (also
die Nicht-Interpreten). 3m Allgemeinen bemerkt der Vers,
mit Recht: Die gewaltsamen Aenderungen, die man vorzüg-
lich mit den Worten „ne consentiente quidem fructuario“
vorgenommen habe, um daraus die Negative sortzuschaffen,
sepen durchaus zu verwerfen, theils wegen der Uebereinstim-
mung der Handschriften und der Basiliken (Lib. 16. Tit. 1.
1. i5i §. 5 ) in dieser Lesart, theils wegen des restringirenden
„niri", womit die L.'iO. (Paulus) anfange. Damit noch nicht
zufrieden, laßt sich der Derf. auch noch in einen philologischen
Wettkampf mit den Emendatoren ein, um ihre Lesarten als in
sich selbst unhaltbar darzustellen. Allein in dieser Hinsicht ge-
bricht es dem Verf. wohl an tieferer philologischer Kcnntniß.
So z. B. liest Bpnkeröhök mit van Eck „equidem" statt
ne quidem. Diese Emendation, meint (S. 20. 21.) der Verf.,
sep falsch, weil equidtzrn, aus ego et quidem contrahirt,:
nur mit der ersten Person verbunden werden könne. Allein
der Verf. braucht nur Ernesti Clav. Gic.b. v. u. Oudendorp
ad Apulej. Metam. Lib. t. p. 10. nachzufchlagen, um sich sclbil
bei Cicero vom Gegcntheil zu überzeugen. Und dann die so,,-
derbare Wendung: praesumi non posse, Ulpianum in-
eleganter, inusitate aliqua voce usum fuisse. Hoc esse pro-
bandum, non praesumendum. Was hat cs wvhi mit die
ser Präsumtion, und dem Beweise auf sich? Was und wie
soll hier erwiesen werden? Ja! der Derf. hat ernsthaft nachge-
zahlt, daß Ulpian in demselben Werke (ad Sabinum) „quin-
decies“ sich des Ausdrucks „quidem“ bediene, woraus er denn
schließt —7 daß Ulpian hier nicht „equidem" habe sagen kön-

ne».

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer