Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

gri.fS U. Lotz, fiber mora. 5?
Scheingründe für des Ersteren Ansicht aufzusicllen, die dann
natürlich, weil sie blos Scheingründe sind, und (wie wir zum
Voraus erfahren) „lileustetelius certamine vicius decessit^,
leicht (§. 19.) beseitigt werden. Gewiß wird Niemand billigen,
daß der Verf. so den „celeberrimus Thibaulius“ und den
j,clarissimus Neustetelius“ den Kampf unter sich bestehen
laßt, und nur müßiger Zuschauer desselben bleibt. Hier hatte eS
eine sorgfältige Prüfung der Gründe und Gegengründe gegolten»
Auch vermißt Nef. die Erörterung der Frage: ob bei zweiseiti-
gen Geschäften der Verzug schon von selbst, mit der Erfüllung
bcr obligatio von der einen Seile anfange, was Manche be-
zweifelt haben. -
§. 20—26. (Cap. 4.) wird der Satz vertheidigt, daß zur
mora accipiendi schon die oblatio verbalis genüge. Dieß
hat der Verf., abgesehen von der Breite, recht artig durchge-
führt. Seine Beweise sind 1) die rei natura; 2) der Rede-
brauch, nach welchem ollerre auch die bloße oblatio verbalis
bezeichne. Was den ersten Beweis betrifft: so sagt der Derf.:
facultatem recusandi aeque datam esse, si debitor verbis;
ac si re ipsa debitum obtulerit. Absurdum inde videri,
debitorem realiter cogi ollerri, cum jam creditor se nolle
accipere declaraverit. Allein es wäre doch denkbar, daß der
Gläubiger in seiner Contumaz nicht so weit ginge, daß er die
reelle Oblation verweigerte, wenn er gleich die mündliche abge»
wiesen haben sollte. Und wenn nun die oblatio sogleich rea-
liter geschah, ohne daß das mündliche Anerbieten voraufging,
wird wohl darin Jemand ein absurdum finden? Mit a. W.
die oblatio verbalis ist nicht allein, oder auch nur mehr der
Natur der Sache gemäß, als die realis, wie dieß der Verf. zu
erweisen bemüht ist. Daß offerre debitum auch so viel heiße
als: paratum esse ad solvendum, hat der V.erf. (Jj. 22. 25.)

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