Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

56 Nbmisches Recht.
Pius (denn daß dieser, und nicht Marcian spricht, geht auS
dem „inquit^ hervor) sagt nur dieses : es genüge nicht, daß
fcct'-creditor- den servus absentis domini interpellirt habe,
um diesen letzteren iii mora-ju bringen. Denn, selbst wenn
der dominus- absens, also z. V. durch Briefe, interpellirt,
und nach seiner Rückkehr (cum sui potestatem laceret)
nicht nochmals gemahnt worden sep, so bringe ihn bieg noch
nicht in mora. Weßhalb? weil nach L. 32. pr. die Interpel-
lation oppurtuno loco geschehen muß. Doch laßt sich bieg
nicht so unbedingt behaupten, weil die Entscheidung der Frage
über mora, wie Pius selbst sagt, magis facti quam juris est.
Es ist daher denkbar, daß die Interpellaturi des Schuldners
auch auswärts opportuno loco geschehe. Auf allen Fall hat
die L. 32. eit. nur Einen Fall vor Augen, den der interpel-
latio absentis domini, wie bieg schon aus der Wortverbindung
cum, etiamsi etc. hervorgeht. Von einer Präsumtion der
mora remissa, wie der Verf. (K. i4. nr. 2.) meint, und von
einer absoluten NoLhwendigkeit der zweiten oder gar (weil alle
guten Dinge drei sind) der dritten Interpellation, wie dieß
Manche behauptet haben, ist in unserer Gesetzstelle keine Spur
zu finden. Die Exegese derselben, die in der That nicht so
admodum anceps ift> scheint daher Nef. ganz verfehlt.
) §. i&‘—19. (Cap. 3.) wird die bekannte Streitfrage: mini
dies interpellat pro homine? in etwas steifer Form erörtert.
Sie ist gewißermaßen schon durch die Überschrift ^entschieden,
indem der Verf. sagt: dies interpellat pro homine. Dieß
schickt sich wohl für Thesen, aber nicht für wissenschaftliche
Untersuchungen. Ueberhaupt hatte der Verf. diesen interessan-
ten Punct besser und lebendiger verarbeiten und darstellen sol-
len. Statt dessen läßt erZ Neustete! ($.16.) und Thibaut
i7.) sich herumzanken, und begnügt sich (§. iz.), einige

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer