Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Bemerkungen üb. Bd. IV. H. u S. 171. d. Zejtschr» ^ 499
und Ueberhang der Früchte von ältestem Germanischen Recht
gesprochen. Grimm entgegnet, daß, was wir wissen, kaum
über's Mittelalter hmausreiche, und eine voUstandigere Samm-
lung der neueren Statuten und Weisthümer erst erfolgen müsse,
ehe sich, ob in ihnen etwas vom altern Kern stecke, sagen lasse.
Die Stellung des Zweifelnden im Verhaliniß zu dem etwas an-
zunehmen Geneigten, ist freilich nach der Beschaffenheit der
menschlichen Erkenntnisse überhaupt fast immer sehr günstig;
doch scheint mir Grimm in seinem Zweifel hier etwas zu weit
zu gehen. Wenn sich eine gemeinsame Nechtsidee in den Deut-
schen Nechtsbüchern, Statuten und VMthümcrn, in Nieder-
ländischen. Französischen, Spanischen Nechtsquellen des Mittel-
alters findet (hierüber hat Prosch a. a. O. §. 7* mancherlei
gesammelt); wenn dieß bei einem Institute der Fall ist, wel-
ches seiner ganzen Natur nach dem Wechsel der Ansichten wenig
ausgesetzt ist; wenn diese Rechtsidee endlich mit dem Römischen
Rechte streitet ,, und dennoch zu einer Zeit, wo dieses letztere
schon mehr und mehr hem Nayg eines allgemeinen Rechts in
den meisten Landern des Romanischen und Germanischen Euro?
pa erwach, in den mittelalterlichen Quellen entweder bestimmt
ausgesprochen ist, oder wenigstens durch sie hindurchblickt: dann
glaube ich, können wir sitz, für etwas alt Germanisches, schon
zur Zeit der Abfassung der Vollsrechte vorhanden Gewesenes hal-
ten. Freilich muß auf eine ganz evidente Beweisführung ver-
zichtet werden, da die ältesten Quellen darüber schweigen, aber
sollten sich iw denselben denn gar keine Analogieen für jenes
Recht auffinden lassen? Die Lex Bajuvar. XXI. g. sagt: Si
apes id est examen alicujus ex aplli elapsum fuerit, et in al-
terius nemoris arborem intraverit, et ille consecutus fuerit,
tunc interpellat eum cujus arbor est, et cum fumo et per-
cussionibus ternis de transversa secure, si potest, suum,
ejiciat examen, verumtamea ita,ut atbor, nou laedatur, et:

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